1956 – 2006

5o Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus



aus: Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens



Der revisionistische Kurs des XX. Parteitags der KP der SU

(Seite 433 – 445, deutsche Ausgabe, „Naim Frashëri“ Verlag, Tirana 1971)



Auf dem XX. Parteitag der KP der SU, der im Februar 1956 stattfand, entfesselte die Chruschtschow-Gruppe nach dreijähriger Vorbereitung einen heftigen Angriff gegen die Grundprinzipien des Marxismus-Leninismus und gegen die marxistisch-leninistische Generallinie, welche die KP der SU unter der Führung J. W. Stalins verfolgt hatte.

Im Bericht des ZK, den N. Chruschtschow auf diesem Parteitag erstattete, wurde eine Reihe von Thesen, die so genannten „neuen Thesen“, aufgestellt, die angeblich eine „schöpferische Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Theorie unter den Bedingungen der Änderung des Kräfteverhältnisses in der Welt zu Gunsten des Sozialismus“ darstellten. Diese Thesen wurden mit einem marxistisch-leninistischen Mantel umhüllt, während sie in Wirklichkeit eine Abweichung vom Marxismus-Leninismus, eine Revision des Marxismus-Leninismus waren.

Chruschtschow entstellte die Leninsche Lehre über Krieg und Frieden und erhob die „friedliche Koexistenz zwischen den beiden Systemen“ zur „allgemeinen Linie der Außenpolitik“ der SU und aller sozialistischen Staaten. Lenin lehrte, dass das Grundprinzip der Außenpolitik eines sozialistischen Landes und einer kommunistischen Partei nicht die friedliche Koexistenz, sondern der proletarische Internationalismus,

das Bündnis mit den Revolutionären der fortschrittlichen Länder und mit den unterdrückten Völkern gegen die Imperialisten jeder Schattierung ist“ (W.I. Lenin, Die Außenpolitik der russischen Revolution. Werke, Bd. XXV, S. 86 albanische Ausgabe).

Chruschtschow stellte die sozialistischen Staaten, die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung und alle Völker vor die Zwangswahl,entweder die friedliche Koexistenz oder den größten Vernichtungskrieg zu akzeptieren. Einen dritten Weg gibt es nicht.“ Auf diese Weise propagierte die sowjetische Führung, der friedlichen Koexistenz mit dem Imperialismus um jeden Preis zuliebe, den Verzicht auf den weltweiten Klassenkampf und auf den revolutionären Befreiungskampf der Völker gegen das imperialistische Joch sowie den Verzicht auf die Hilfe, welche die sozialistischen Länder und die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung den Völkern in freigiebiger Weise geben müssen. Sie ließ die Lösung der Probleme des Friedens und der Völkerfreiheit beiseite, nur um „freundschaftliche Beziehungen zwischen den zwei Großmächten der Welt, der SU und den USA, herzustellen“. Chruschtschow erklärte: „Wir wollen Freunde der USA sein und mit ihnen im Kampf um die Erhaltung des Friedens und für die Sicherheit der Völker sowie auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, eine gründliche Verbesserung der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen zu erreichen.“

Auf diese Weise verbreitete er einerseits die falsche Ansicht, dass der amerikanische Imperialismus, dieser größte und wildeste Feind des Friedens und der Freiheit, auf seine räuberischen und aggressiven Ziele verzichtet habe oder verzichten könne und dass die sozialistischen Länder und die anderen unabhängigen Länder vor der imperialistischen Aggression dauernd gesichert seien. Allerdings sei zu diesem Zweck die Akzeptierung der ewigen friedlichen Koexistenz zwischen dem Sozialismus und dem Kapitalismus notwendig, weil der Sozialismus in weltweitem Maßstab „im friedlichen Wettbewerb zwischen beiden Systemen, dem kapitalistischen und sozialistischen System“, siegen würde ! Zugleich gab die Chruschtschow-Gruppe den amerikanischen Kapitalisten zu verstehen, dass sie die dominierenden ökonomischen und militärischen Stellungen der USA in den anderen Ländern nicht antasten werde, dass die USA die Teilung der Weltherrschaft zwischen den beiden Großmächten in enger Zusammenarbeit miteinander durch den Einsatz ihres gesamten ökonomischen und internationalen Organisationen, wie die UNO, den Frieden sichern würden usw. !

Die Frage der friedlichen Koexistenz zwischen den Staaten mit verschiedenen Gesellschaftssystemen verband die sowjetische Führung mit den Formen des Übergangs zum Sozialismus. Indem Chruschtschow den Übergang zum Sozialismus der friedlichen Koexistenz unterodnete, betonte er vor allem den „friedlichen Übergang“ und stellte ihn auf eine Linie mit dem „parlamentarischen Weg“. Er erklärte: „Unter den heutigen Bedingungen hat die Arbeiterklasse die Möglichkeit, eine dauerhafte Majorität im Parlament zu erringen und letzteres von einem Organ der bürgerlichen Demokratie der Werktätigen umzuwandeln“! Und den Weg der Oktober Revolution bezeichnete er „nur unter den damaligen historischen Verhältnissen als richtig“! Diese Thesen waren eine Verneinung der sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats..

Im Bericht des ZK der KP der SU wurde Jugoslawien offen als „sozialistisches Land“ bezeichnet, in dem „während des sozialistischen Aufbauprozesses originale und konkrete Formen der Wirtschaftsleitung und des Aufbaus des Staatsapparates geschaffen werden.“ Durch diese Einschätzung wurden alle Resolutionen des Informationsbüros über den Verrat der revisionistischen Führung Jugoslawiens verworfen und der jugoslawische Weg der Liquidierung der marxistisch-leninistischen Partei und der Diktatur des Proletariats und der Wiederherstellung des Kapitalismus unterstützt.

Einen weiteren noch stärkeren Schlag versetzte der Partei, der Revolution und der Diktatur des Proletariats der „Geheimbericht“ „Über den Personenkult und seine Folgen“, den N. Chruschtschow den Delegierten des XX. Parteitags erstattete. In diesem Bericht wurde der ruhmreiche Weg der Bolschewistischen Partei seit dem Tode W. I. Lenins angeschwärzt und als ein Weg „voller Fehler, schwerer Entstellungen und ungeheurlichen Verbrechen“ bezeichnet. Für all das machte man J. W. Stalin verantwortlich, der 30 Jahre lang die Partei und den Sowjetstaat mit so viel Klugheit und Fähigkeit geleitet und sie zu Erfolgen von welthistorischer Bedeutung geführt hatte und den die gesamte internationale kommunistische Bewegung als einen großen Marxisten-Leninisten und Revolutionär kannte. Chruschtschow fabrizierte auf Grund seiner willkürlichen Auslegung der Dokumente und der Erklärungen der dem Sozialismus feindlichen Elemente Verleumdungen und Erfindungen der niedrigsten Sorte und beschuldigte Stalin der „wilden Willkür“, der „Entfernung vom Leben und der Wirklichkeit“; er nannte ihn einen „Despoten“, „Terroristen“ und „Ignoranten“. Zugleich rehabilitierte er die Feinde der sozialistischen Ordnung, die als Agenten der imperialistischen Staaten verurteilt worden waren.

Der gegen J. W. Stalin geführte Schlag war direkt gegen dessen revolutionäres Werk gerichtet, war ein Faustschlag gegen die marxistisch-leninistische Lehre und die sozialistische Ordnung. Dieser Angriff erfolgte in der eindeutigen Absicht, die Liquidierung der marxistisch-leninistischen Linie der KP der SU, die ihre früheren Parteitage ausgearbeitet hatten, zu rechtfertigen, eine neue politische revisionistische Linie zu akzeptieren und den Marxismus-Leninismus zu revidieren. Um aber den Boden für die Erreichung dieses Zieles vorzubereiten, musste die Chruschtschow-Gruppe Stalin stürzen, der den Marxismus-Leninismus mit so viel Energie beschützt und ihn unter den neuen Bedingungen, die in der Welt mit dem Sieg der Oktoberrevolution, mit dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft in der SU und mit der Schaffung des sozialistischen Lagers nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden waren, weiterentwickelt hatte. Um seine Auffassungen und seine revisionistische konterrevolutionäre Tätigkeit zu tarnen, benützte Chruschtschow, von seinen Kumpanen sekundiert, den so genannten „Personenkult Stalins“ und spekulierte auf diese Weise mit der Tatsache, dass der Personenkult dem Marxismus-Leninismus fremd und verhasst ist.

J. W. Stalin war gegen den Personenkult und hat ihn oft kritisiert, hat die Rolle der Massen richtig eingeschätzt und sich immer an den Grundsatz der Kollegialität in der Führung der Partei und des Staates gehalten. Er ergriff jedoch nicht alle notwendigen Maßnahmen, die ganz überflüssigen Lobhudeleien, die ihm die Sowjetpropaganda in seinen letzten Lebensjahren spendete, zu zügeln. Das nützte die Chruschtschow-Gruppe für ihre anti-marxistischen und anti-sozialistischen Zwecke aus und erfand den so genannten „Personenkult Stalins“, um ihn als scharfe Waffe im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus zu verwenden.

Chruschtschow und seine Gruppe proklamierten den revisionistischen Kurs des XX. Parteitags zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung und wandten alle Mittel an, ihn allen kommunistischen und Arbeiterparteien aufzuzwingen. Die Schlussfolgerungen des XX. Parteitags wurden die ideologische Nahrung der Revisionisten aller Länder. Sie waren eine sehr scharfe Waffe, die man den Imperialisten und allen Reaktionären in die Hand drückte, um die sozialistischen Länder, den Kommunismus und die revolutionäre Befreiungsbewegung zu bekämpfen. Ermutigt durch diese Schlussfolgerungen, eröffneten die Gegner des Kommunismus eine wütende Kampagne gegen den Marxismus-Leninismus, vor allem gegen die Revolution und die Diktatur des Proletariats. In ganz besonderer Weise griffen sie die sozialistische Ordnung der SU und anderer Länder so wie die kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder an. In dieser Richtung zeichneten sich die jugoslawischen Revisionisten besonders aus, weil sie sahen, dass der Kurs des XX. Parteitags ihrem schon seit langem verfolgten Weg entsprach. In der internationalen kommunistischen Bewegung begann sich die Situation zuzuspitzen.



Das Scheitern der Versuche, die Linie der PAA zu revidieren

Der XX. Parteitag der KP der SU ermutigte und mobilisierte auch in Albanien alle Gegner und parteifeindlichen Elemente. Sie hegten große Hoffnungen, dass jetzt die Zeit gekommen sei, den marxistisch-leninistischen Kurs der PAA zu ändern und ihre verlorenen Stellungen wiederzugewinnen, d.h., hier den selben Prozess, der in der SU und in einigen volksdemokratischen Ländern stattfand, einzuleiten. Die titoistische Clique unterstützte unmittelbar diese Elemente, insbesondere durch die jugoslawische Gesandtschaft in Tirana. Unter ihrer Leitung wurde heimlich eine konterrevolutionäre Bewegung organisiert, in der Absicht, einen Umsturz herbeizuführen und die Zügel der Partei und der Volksmacht zu ergreifen. An dieser Bewegung nahmen auch einige Parteimitglieder teil, die wegen schwerer Verbrechen oder als verkappte Agenten der Imperialisten und jugoslawischen Revisionisten verurteilt waren. Die parteifeindlichen gegnerischen Elemente machten die größte Propaganda zu Gunsten des XX. Parteitags und suchten in der Partei eine günstige Atmosphäre für die Revision ihrer marxistisch-leninistischen politischen Linie und für die Rehabilitierung Koçi Xoxes, Tuk Jakovas, Bedri Spahius und vieler anderer Feinde der Partei und des Volkes zu schaffen. Sie verdunkelten die politischen und wirtschaftlichen Erfolge, welche unter der Führung der Partei erzielt worden waren, sprachen von der Existenz eines „Personenkultes“, von der „Verletzung der Leninschen Normen“, von der „scharfen Haltung gegenüber den Kulaken und den anderen Klassenfeinden“ und von der „Verschleppung der Verbesserung der Beziehungen zu Jugoslawien“. All das bezeichneten sie als eine „Folge der falschen Auffassungen und der Praxis J. W. Stalins“ und verlangten die Liquidierung dieser Linie und Maßnahmen gegen die Verantwortlichen, die sie gestattet hatten ! Die parteifeindlichen Elemente in Tirana zogen Vorteile aus dem Mangel an Wachsamkeit und aus anderen offenkundigen Schwächen im Parteikomitee der Stadt.

Die Revisionisten benützten die Parteikonferenz der Stadt Tirana, die im April 1956 statt fand, um den Angriff gegen die marxistisch-leninistische Linie und die Führung der Partei einzuleiten. Durch ihre Vertreter, die zu Delegierten gewählt worden waren, unterbreiteten sie in der Konferenz ihre anti-marxistische Plattform. Zugleich verlangten sie die Vertagung des III. Parteitags, angeblich, um Zeit für die Überprüfung der Parteilinie und für neue Vorbereitungen im Geist der Beschlüsse des XX. Parteitags der KP der SU zu gewinnen ! Später stellte sich heraus, dass all das von der jugoslawischen Gesandtschaft hinter den Kulissen ausgeheckt worden war.

Die innerparteiliche Demokratie missbrauchend, schufen die parteifeindlichen Elemente in der Konferenz eine gespannte Lage. Die revisionistischen Auffassungen wurden zwar von den meisten Delegierten zurückgewiesen, aber es gab auch einige, die infolge der raffinierten Demagogie schwankend wurden.

Das ZK betrachtete die Situation mit Recht als sehr ernst und zog daraus sofort den Schluss, dass hier die Feinde der Partei und des Sozialismus ihre Hand im Spiel hätten. Es entsandte Genossen Enver Hoxha in die Konferenz, der dort die Ziele der Revisionisten enthüllte und erklärte, dass die Partei der Arbeit Albaniens fest entschlossen sei, die Reinheit ihrer Politik und ihrer revolutionären Praxis zu erhalten. Die Delegierten unterstützten voll und ganz diese Haltung der Partei und verurteilten die Versuche der Feinde, sie von der marxistisch-leninistischen Linie zu entfernen. Die Konferenz zwang die parteifeindlichen Elemente, die Ziele und den Charakter ihrer konterrevolutionären Tätigkeit selbst zuzugeben. Das revisionistische Komplott scheiterte.

Aus diesen Ereignissen eine Lehre ziehend, gab das ZK der Partei die Anweisung:

.. Es ist auf keinen Fall gestattet, die Wachsamkeit, sei sie auch nur ein wenig, zu schwächen, auch ist es nicht gestattet, sich dem Gefühl der Selbstzufriedenheit hinzugeben und den Feinden freies Feld für ihre Tätigkeit zu lassen“ (Schreiben des ZK der PAA an alle Parteiorganisationen, 21. April 1956. Zentralarchiv der Partei).

Dieses Ereignis öffnete den Kommunisten gut die Augen und mobilisierte sie für den revolutionären Kampf zum Schutz der Parteilinie und für die Realisierung der Aufgaben.

Unterdessen übte Chruschtschow einen Druck auf das ZK der PAA aus, um deren Generallinie im Geist der Schlussfolgerungen des XX. Parteitags der KP der SU zu revidieren und auf dem III. Parteitag eine neue Linie anzunehmen. Dieser Druck wurde anfangs in Moskau seitens Suslows ausgeübt, der Mitglied der revisionistischen sowjetischen Gruppe war. Er verlangte im Namen des ZK der KP der SU durch Liri Belishova, dass die Führung der PAA insbesondere ihre Haltung gegenüber den jugoslawischen Revisionisten, sowie zu den über Koçi Xoxe, Tuk Jakova und die anderen parteifeindlichen Elemente verhängten Strafen überprüfen sollte, mit der Begründung, dass „unter dem Einfluss des Personenkultes Stalins“ angeblich Fehler gemacht worden seien. Diese Forderung wurde vom Leiter der Delegation der KP der SU, die nach Tirana gekommen war, um den Arbeiten des III. Parteitags teilzunehmen, offener und nachdrücklicher wiederholt.

Das Plenum des ZK verwarf einstimmig und ohne Zögern jeden Versuch, die richtige Parteilinie zu revidieren, und drückte seine Entschlossenheit aus, auf dem bisher von der PAA beschrittenen Weg unbeirrt weiter zu gehen.

Der III. Parteitag begann seine Arbeiten am 25. Mai 1956, und dauerte bis zum 3. Juni. An ihm nahmen 670 Delegierte mit beschließender und 121 mit beratender Stimme teil, die 41 372 Mitglieder und 7272 Kandidaten der Partei vertraten.

Der Parteitag prüfte die Tätigkeit des ZK und der gesamten Partei, nahm einige Änderungen im Parteistatut vor und billigte die Direktiven für den 2. Fünfjahrplan.



Die Entschlossenheit der Partei, den marxistisch-leninistischen Kurs fortzusetzen

Unter den Bedingungen des Generalangriffs des internationalen Revisionismus gegen den Marxismus Leninismus und des Druckes, den Chruschtschow auf die PAA ausübte, war die Kardinalfrage: Auf welchen Weg soll sich die Partei begeben? Auf den des XX. Parteitags der KP der SU oder auf ihren eigenen marxistisch-leninistischen Weg ?

Der Parteitag fasste dazu, im Gegensatz zu der Forderung der Revisionisten, nachstehenden Beschluss:

Der III. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens beschließt, nach Anhörung und Diskussion des Berichtes über die Tätigkeit des ZK, erstattet vom Ersten Sekretär des ZK Genossen Enver Hoxha, die politische Linie und die praktische Tätigkeit des ZK sowie die Vorschläge und Schlussfolgerungen des Berichtes voll und ganz zu billigen.

Der Parteitag stellt mit Genugtuung fest, dass die politische, ökonomische und organisatorische Generallinie, welche die Partei bis heute verfolgt hat, richtig war“ ( Resolution des III. Parteitags der PAA. Hauptdokumente der PAA, Band II, Seite 452).

Der Parteitag verurteilte entschieden die Tätigkeit der parteifeindlichen Elemente in der Parteikonferenz der Stadt Tirana und jeden Versuch, die politische Linie der PAA zu revidieren. Er bezeichnete sämtliche von der Partei

gegen alle parteifeindlichen, abweichlerischen, revisionistischen, trotzkistischen und opportunistischen Gruppen und Elementen ergriffenen Maßnahmen als richtig“ (ebenda, S. 481).

Der Parteitag zog den Schluss, dass bei der Bestrafung der parteifeindlichen Gruppen und Elemente sowie im innerparteilichen Leben die marxistisch-leninistischen Normen genau in die Tat umgesetzt und die Parteibeschlüsse von allen Organisationen der Partei gebilligt worden waren.

Bei der Behandlung der Frage des Klassenkampfes, die eine der wichtigsten Fragen war, um die der Kampf zwischen dem Marxismus-Leninismus und dem Revisionismus entbrannt war, bezeichnete es der Parteitag

als falsch zu glauben, dass der Klassenkampf seinem Ende entgegen gehe und dass die gestürzten Klassen freiwillig auf den Kampf verzichten würden“ (Resolution des III. Parteitags der PAA. Hauptdokumente der PAA, Band II, Seite 481).

Der Parteitag schärfte den Kommunisten ein, keinen Augenblick die Wachsamkeit zu vernachlässigen, und warnte sie vor jenen Elementen,

die da glauben, dass mit der Änderung der Lage auch die Parteidisziplin und die Wachsamkeit eine Änderung erfahren sollte, dass alles durch eine opportunistische Milde, durch die Liquidierung des Klassenkampfes ersetzt werden müsse, dass man die Fehler und Verbrechen, die sie an der Partei und am Volk begingen, verzeihen solle und dass die Zeit gekommen sei, unter der Maske der Demokratie die wahre Demokratie mit Füßen zu treten ...“ (ebenda, Seite 482).

Auf diese Weise beugte der Parteitag der gespannten Lage vor, die nach dem XX. Parteitag der KP der SU in der internationalen kommunistischen Bewegung im Entstehen begriffen war.

Im Zusammenhang damit wurde die Aufgabe gestellt, den Kampf gegen die opportunistischen Erscheinungen und gegen die Gefahr der Rechtsabweichung weiter zu führen und die Einheit und Geschlossenheit der Parteireihen als das teuerste Gut zu hüten.

Der III. Parteitag beschloss einstimmig und ohne Zögern, den marxistisch-leninistischen Kurs, den die Partei seit ihrer Gründung verfolgt hatte, in allen Richtungen weiter fortzusetzen.

Alle Schlussfolgerungen und Beschlüsse des III. Parteitags waren von einem revolutionären, marxistisch-leninistischen Geist durchdrungen, der sich in gründlichem Widerspruch zu dem revisionistischen Geist befand, der die Schlussfolgerungen und Beschlüsse des XX. Parteitags der KP der SU kennzeichnete.

Dennoch verdammte der III. Parteitag nicht offen die anti-marxistischen Thesen des XX. Parteitags der KPdSU. Das ZK der PAA hatte der sowjetischen Führung bekannt gegeben, dass es gegen viele ihrer Thesen und Handlungen sei. Zugleich veröffentlichte die Presse der PAA in voller Absicht Stellungnahmen, die sich im Widerspruch zu jenen des XX. Parteitags befanden. Die PAA konnte aber auf ihrem III. Parteitag ihren Widerstand und ihre Vorbehalte gegen die Schlussfolgerungen des XX. Parteitags der KP der SU nicht vor aller Welt zeigen, weil damals eine solche Handlungsweise nur den Gegnern des Kommunismus zum Nutzen gereicht hätte, die einen wütenden Angriff gegen die SU, gegen die Einheit des sozialistischen Lagers und gegen die internationale kommunistische Bewegung eröffnet hatten. Die albanischen Kommunisten haben es immer für ihre hohe internationalistische Pflicht gehalten, den ersten sozialistischen Staat der Welt und das gesamte sozialistische Lager zu schützen. Außerdem kannte man zu dieser Zeit die wirklichen Ziele noch nicht ganz, die die Chruschtschow-Gruppe mit ihren neuen Thesen zu erreichen suchte.

Die Hauptsache war, dass die PAA im Gegensatz zu vielen anderen kommunistischen und Arbeiterparteien sich dem Druck der Chruschtschow-Gruppe nicht beugte, keine grundsätzlichen Konzessionen machte und ihrer Generallinie nicht den revisionistischen Kurs des XX. Parteitags der KP der SU zu Grunde legte. Sie bewahrte ihre marxistisch-leninistische Generallinie unversehrt.

- Ende -

Anmerkung:

In der Reihe: „50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus“ werden weitere Schriften aus Albanien im Komintern / ML – Archiv (im Internet: http://archive.250x.com) veröffentlicht – auch in Fremdsprachen.

Archiv der Komintern / ML