1968 – 2008
40. Jahrestag
des Einmarsches der russischen Sozialimperialisten in die Tschechoslowakei
Die sowjetisch-amerikanische Allianz tritt in Aktion gegen das tschechoslowakische Volk
(Zëri i popullit – 23. Mai 1969)
Verlag „Naim Frashëri“, Tirana 1969
Heute ist nichts so volksfeindlich und allen Völkern der Welt so verhasst, wie die aggressive Zusammenarbeit der amerikanischen Imperialisten und der Sowjetrevisionisten gegen die Freiheit und Unabhängigkeit der Völker, gegen die Revolution und die Anstrengungen für den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft. In Vietnam ode in der CSR, im Mittleren Ostens oder an den Ufern des Ussuris, im Mittelmeer oder in der japanischen See, überall, wo es Konflikte und Spannungen gibt, sind immer die räuberischen Hände dieser schwarzen, ultra-reaktionären Allianz im Spiele.
Der Verlauf der Ereignisse in der CSR zeigte erneut, dass nicht nur ein amerikanisch-sowjetisches Komplott für die Teilung der Einflusszonen und Errichtung ihrer politischen, ökonomischen und militärischen Hegemonie existiert, sondern auch, dass dieses Komplott in die Tat umgesetzt wird. Die Haltung eines Pontius Pilatus, welche die USA und die anderen Westmächte zu der Aggression der Sowjetrevisionisten gegen die CSR einnahmen, zeigt den ganzen Zynismus und die Niederträchtigkeit dieser ungeheuerlichen imperialistisch-sowjetischen Intrige. Diese Wahrheit bestätigte erneut auch das letzte Revirement, welches in der hohen Prager Hierarchie vorgenommen wurde.
Es ist ganz klar, dass die Führer im Kreml die Schlinge um den Hals hatten und notgedrungen etwas tun mussten, um die Lage in der CSR, wenn nicht wirklich zu „normalisieren“, was sie aus ganzem Herzen ersehnten, so doch wenigstens dem Scheine nach zu regeln. Nach der faschistischen Aggression gegen die CSR entstand eine äußerst schwierige Situation. Ihr sozialimperialistisches und sozialfaschistisches Gesicht wurde gänzlich entlarvt. Ihre Bemühungen, um die brutale, bewaffnete Aggression als eine „internationalistische Hilfe“ hinzustellen, vermochten nicht die Weltöffentlichkeit zu betrügen, welche sich hasserfüllt gegen sie wandte. Der Widerstand des tschechoslowakischen Volkes war dauern im Wachsen begriffen. Die kapitulierende Clique Dubčeks wollte nicht und war auch nicht in der Lage, den Willen der Sowjetokkupanten bis zum Schluss in die Tat umzusetzen und eine stabile Situation in der CSR zu ihren Gunsten herzustellen. Den Sowjetokkupanten brannte der Boden unter den Füßen.
Aber die tschechoslowakische Frage, insbesondere aber die Schwierigkeiten, auf welche die Sowjetrevisionisten nach der Besetzung der CSR stießen, hatte schwere Folgen für die Breschnew-Kossyginclique auch in der SU selbst, führten zur weiteren Vertiefung der Widersprüche in der Sowjetführung und zur Erhöhung der Unzufriedenheit und des Volkswiderstandes gegen ihre verräterische und imperialistische Linie. Gleichzeitig erkalteten die Beziehungen zu ihren ausländischen Freunden und Alliierten, zu den verschiedenen revisionistischen Parteien und Ländern. Die Gegensätze zwischen den Revisionisten verschärften sich, das Misstrauen zu der revisionistischen Sowjetführung wurde größer und das Ansehen der SU erlitt unter der Führung der Revisionisten einen schweren Schlag, sank zu Boden.
Die CSR wurde eine sehr gefährliche Wunde für die Sowjetrevisionisten. Wenn die Sache so weiter gegangen wäre, dann hätte dies sehr schwere Folgen für die Kremlclique und ihre gesamte Politik gehabt.
Ohne die tschechoslowakische Krise dem Scheine nach beizulegen, konnte die Breschnew-Kossyginclique die Sowjetvölker nicht mehr betrügen und den baldigen Ausbruch des Volkshasses gegen sich vermeiden. Ohne die Schließung der tschechoslowakischen Wunde auf diese oder jene Weise konnten die Sowjetführer ihre Alliierten in den revisionistischen Ländern nicht beruhigen, weil diese in Angst leben, dass das, was in der CSR geschah, eines Tages auch über sie hereinbrechen könnte. Die Sowjetführer vermochten nicht die Empörung der verschiedenen revisionistischen Parteien zu besänftigen und ihr gesunkenes Ansehen einigermaßen wiederherzustellen.
Schließlich würden die Sowjetrevisionisten ohne die zeitweilige Beilegung der tschechoslowakischen Krise, wie es sich in der letzten Zeit anlässlich der Sitzungen der vorbereitenden Kommission in Budapest und Moskau zeigte, die erschütterte und kopflos gemachten revisionistischen Parteien in ihrer Hauptstadt am 5. Juni nicht versammeln können, solange die tschechoslowakische Frage wenigstens der Form nach nicht erledigt war. Sie wissen wohl, dass ihre italienischen, englischen, skandinavischen Freunde usw. nicht nach Moskau fahren können, wenn nicht die Lage in der CSR zu „normalisiert“ erklärt und der Prozess der Rehabilitierung der moskovitischen Okkupanten eingeleitet ist, denn sie wollen sich vor ihrem Bürgertum keine Blöße geben, wollen ihre propagandistischen Spekulationen vermeiden.
Aber wie konnte man das erreichen? Es gab zwei Wege: entweder die Besatzungstruppen aus der CSR zurückzuziehen, was sie niemals machen können, oder eine andere Gruppe in den Sattel zu heben, die gefügiger und geeigneter wäre, ihre Ziele zu realisieren, auch wenn sie nicht ganz ideal wäre. Die Sowjetclique wählte den zweiten Weg – entfernte Dubček und setzte Husák an die Spitze der revisionistischen Partei der CSR. Um dieses Projekt durchzuführen, wurden alle Mittel angewandt, von den Provokationen, Agenturen und Erpressungen an bis zu den Versprechungen und Drohungen, wobei zu diesem Zweck der Verteidigungsminister der SU selbst, Marschall Gretschko, nach Prag geschickt wurde.
Tatsache ist aber, dass die Sowjetführer bei der Durchführung dieser Operation die volle Unterstützung der amerikanischen Imperialisten und der inneren und äußeren Reaktion hatten. Diese waren während der ganzen Zeit bestrebt, den Sowjetführern ihre Prager Sorgen zu erleichtern. Natürlich erfolgte diese amerikanische Konzession nicht ohne Gegenleistung. Diese Konzession oder diesen Rückzug werden die revisionistischen Moskauer Gentlemen ihren Partnern in Washington vierfach vergüten. Die Gleichgültigkeit, welche das Bürgertum und die Reaktion des Westens bei der Ausbootung der Dubčekgruppe, die doch nochvor kurzem alle ihre Sympathien genoss, an den Tag legten, zeigt, dass angesichts der großen Interessen der sowjetisch-amerikanischen Allianz nicht nur ihr Schicksal, sondern auch das der ganzen CSR bloß ein Tauschobjekt ist. Nixon fühlte es, dass die Sowjetführer die Verhandlungen mit ihm über die gemeinsamen Entwürfe gegen den Sozialismus und die Freiheit der Völker nicht aufnehmen konnten, bevor sie nicht im eigenen Hause Ordnung geschaffen hatten. Darüber sprach offen vor den Vertretern der amerikanischen Handelswelt der Chef der CIA, Richard Helms, am 11. Mai. Er erklärte: „Die künftigen amerikanisch-sowjetischen Beziehungen werden davon abhängen, wie die Führer im Kreml ihre Frage mit den Ländern des kommunistischen Blocks lösen werden“. Andererseits würde die „Normalisierung“ der Lage in der CSR auch die öffentliche Meinung der USA, welche nach der Besetzung der CSR wenig Lust zeigt, den sofortigen Beginn der eingeplanten sowjetisch-amerikanischen Besprechungen zu billigen, etwas beruhigen. Der Wechsel der Wachen in Prag leistet, obwohl er keine vollständige und endgültige Lösung in der aktuellen Situation ist, dennoch einen Beitrag, um die Wunde etwas zu verharschen, damit die Sowjetrevisionisten und die amerikanischen Imperialisten ihre beabsichtigten Schachergeschäfte abschließen.
Wahr ist, dass Dubček und seine Gruppe nach dem 21. August des Vorjahres vor der Besatzungsmacht vollständig kapitulierten und die hohen Interessen des tschechoslowakischen Volkes verrieten, aber das genügt noch nicht den Sowjetführern. Sie wünschen, die CSR durch eine „tschechoslowakische Führung“ zu beherrschen, welche verlässlich ist und ihren Befehlen gehorcht, zugleich aber stark genug und in der Lage ist, den Widerstand des Volkes zu brechen. Die Dubčekgruppe besaß infolge der Umstände, die sie gebaren, und der entstandenen Situation, nicht diese Eigenschaften. Sie vermochte nie eine kompakte Führungsgruppe zu werden, welche weiß, was sie will, und energisch handelt, um die festgesetzten Ziele zu erreichen. Das Schiff Dubčeks ging unter in dem Sturme, welchen die Besetzung der CSR durch die Sowjetrevisionisten und seine kapitulierende und verräterische Linie entfesselten.
Die revisionistische Sowjetpropaganda schlägt jetzt einen großen Lärm, um den neuen tschechoslowakischen Quisling, Husák als einen „starken Mann“ hinzustellen, welcher angeblich die Interessen der CSR schützt und in der Lage ist, nicht nur die Ordnung im Lande wieder herzustellen, sondern auch die gegenseitigen Beziehungen mit der SU auf den rechten Weg zu führen. Auch das Bürgertum des Westens stimmt ein in diesen Propagandachor und die ehemaligen Dubčekanhänger finden keine Worte, um Husáks „Tugenden“ in den Himmel zu erheben. Wahrlich ein merkwürdiges Orchester! „Sein Patriotismus als Tschechoslowake“, schreibt die amerikanische Zeitung „Christian Science Monitor“, „ist über jeden Zweifel erhaben“. Und die große bürgerliche Zeitung Frankreichs, „Le Monde“, schreibt: „Er ist keineswegs ein blinder Agent der Sowjets“. Zatopek, der autorisierte Sprecher der tschechoslowakischen Reaktion, erklärte: „ Ich bin einer Meinung mit Husák und bewundere seinen Nationalismus, er ist ein wahrer Politiker“.
Dass Husák ein nationalchauvinistischer Slowake ist, das ist allbekannt. Aber warum griffen die Sowjets aus der großen Zahl von Mitarbeitern, die jetzt in Prag versammelt sind, gerade Husák heraus, einen slowakischen Nationalisten, welcher ohne Zweifel den Sowjets näher steht, aber dennoch nicht 100-prozentig ihr Mann ist? Tatsache ist, dass nicht nur am 21. August, sondern auch viel später der Name Husák nicht auf der Liste der neuen Kremlzaren als ihr Stellvertreter in Prag stand. Indem nun die Sowjetführer einen allbekannten Ultranationalisten und Antimarxisten an die Spitze der revisionistischen tschechoslowakischen Partei, obwohlk er ihnen nicht wenig Sorgen bereiten kann, stellen, sichern sie noch besser ihre Hegemonie in der CSR und geben ihr andererseits das Aussehen eines „unabhängigen“ Staates. Auch wissen sie wohl, dass Husák, um die Stellungen des slowakischen nationalen Bürgertums auf Kosten der Tschechen, Ungarn usw. zu festigen, immer auf die Hilfe Moskaus angewiesen sein wird. Und diese Hilfe wird ihm der Kreml geben, aber tropfenweise, je nachdem er seine Befehle ausführen und seine Interessen wahrnehmen wird. Schließlich hat die nationale Spaltung schon seit jeher existiert und ist die Lieblingswaffe der Eroberer. Andererseits gibt ein Nationalist an der Spitze der tschechoslowakischen Führung – und das präokkupiert ziemlich stark den Kreml – dem Bürgertum des Westens die Möglichkeit, seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der CSR und seine Billigung ihrer Besetzung durch die Sowjetrevisionisten zu rechtfertigen. Also ist es klar, dass man in Moskau die Sache reiflich erwogen und schließlich beschlossen hat, Husák zu ernennen, wobei auch Rücksicht darauf genommen wurde, wer die Sympathien der herrschenden Kreise des Westens für sich hat.
Von welcher Seite man auch die Ereignisse in der CSR betrachtet, sie zeigen klar die Zusammenarbeit und das Komplott der Sowjetrevisionisten mit den amerikanischen Imperialisten, die, um ihre egoistischen Pläne zu realisieren, immer bereit sind, die Freiheit und Unabhänigkeit der Völker, ihre Ehre und nationale Würde zu opfern und mit Füßen zu treten. Im Jahre 1939 wurde die Tschechoslowakei geopfert, um den aggressiven Hunger Hitlers zu stillen, in der Hoffnung, dass diese zur Festigung der Allianz der westlichen Großmächte mit dem faschistischen Deutschland beitragen und ihren imperialistischen Interessen nützlich sein würde, sowie, um Deutschland nach Osten in Richtung SU zu dirigieren. Auch jetzt erlebte die Welt ein zweites München, auch jetzt lieferten die Westmächte die CSR der Gnade der Aggressoren aus, diese gegen den Osten, diesmal gegen den Fernen Osten, die VR China, zu werfen. Wie das Bürgertum des Westens vor 30 Jahren das tschechoslowakische Volk aufrief, sich „ruhig“ zu verhalten. Die Dinge „realistisch“ zu beurteilen und sich zu unterwerfen, so wird es auch heute nicht müde, dieselben Parolen zu wiederholen.
Typisch ist die Haltung des Vatikans, dieses autorisiertesten Vertreters der internationalen Reaktion: „Angesichts der Haltung Moskaus“, schrieb das Wochenblatt „Osservatore della Domenica“, „am 23. April dieses Jahres müssen sich die tschechoslowakischen Realisten beugen, weil sie keinen anderen Weg haben“. Dass auf Kosten des tschechoslowakischen Volkes ein Kuhhandel um der größeren Interessen der sowjetisch-amerikanischen „heiligen Allianz“ willen getrieben wurde, das zeigen auch einige andere Aktionen, welche „zufällig“ einen breiteren Raum einnahmen und die letzten Prager Ereignisse begleiteten. Die wichtigsten sind die Pläne des amerikanischen Imperialismus für die Lösung der Vietnamfrage, der Vorschlag der Sowjets und ihrer Alliierten des Warschauer Vertrages zur Sicherung Europas und die Intensivierung der antichinesischen Propaganda der Sowjetrevisionisten, begleitet von bewaffneten Provokationen an der sowjetisch-chinesischen Grenze.
Tatsächlich waren diese Probleme auch früher an der Tagesordnung, aber in der letzten Zeit kamen andere Erscheinungen hinzu. So sparen die Sowjetführer schon seit langem keine Mühe, um den amerikanischen Imperialisten aus der Sackgasse in Vietnam, in die sie geraten sind, herauszuhelfen. Diese Anstrengungen sind seit der Machtübernahme Nixons intensiviert worden, und der sowjetische Beistand, damit die USA ihre Ziele erreichen, wird immer offener. Tatsache ist, dass der neue amerikanische Präsident mit seinem 8 Punkte enthaltenden Plan für die so genannte politische Lösung der Vietnamfrage es nicht verheimlichte, dass seine Realisierung unbedingt die Unterstützung der Sowjetführer benötigt, oder mit anderen Worten: die Schuld muss abgezahlt werden. „Wir unterstützen Sie in der CSR, aber das müssen Sie uns in Vietnam zurückzahlen“. Die beiderseitigen Konzessionen bahnten den Weg für die Durchführung der neuen konterrevolutionären Entwürfe der sowjet-amerikanischen „heiligen Allianz“.
Auch die so genannte Politik der europäischen Sicherheit der Sowjetrevisionisten muss man durch das Prisma dieser Konzessionen und dieses Kuhhandels betrachten. Die Chruschtschowrevisionisten haben auch andere Male Aufrufe zur „Sicherung Europas“ gerichtet, aber im Westens verhallten sie ungehört. Der Sowjetplan enthielt damals die Bedingungen, die DDR und ihre Ost-Westgrenze anzuerkennen, während der neue Vertrag einen anderen Inhalt und eine andere Richtung hat. Darin wird weder die DDR, noch die Westgrenze Polens und der CSR erwähnt. Die führenden NATO-Kreise, vor allem Bonn, stellten das mit besonderer Genugtuuung fest. Die westlichen Nachrichtenagenturen berichteten ausführlich über die Rede des westdeutschen Außenministers Willy Brandt, die er am 25. April im Bundestag hielt. Nach ihnen bekräftigte Wily Brandt bei dieser Gelegenheit erneut, dass die Sowjets Bonn mitgeteilt hätten, die „Nachkriegsrealität“ (die Existenz der DDR, die Oder-Neiße-Linie usw.) könne übergangen werden, da sie „keine Vorbedingung für die Abhaltung einer europäischen Konferenz sei“. Was heißt das?
Hier tritt ganz deutlich der Kuhhandel auf Kosten der DDR und Polens zu Tage. Auf diese Weise suchen die Sowjetrevisionisten ihren Rücken in Europa zu decken, um sich auf China zu konzentrieren.
Während die Sowjetpolitik der europäischen Sicherheit im Westen Hoffnungen erweckte, beunruhigte sie andererseits die Partner des Warschauer Vertrags, vor allem die DDR und Polen. Diese fühlen es, dass sie die „Kosten“ dieser „Sicherheit“ bezahlen müssen. Interessant ist die Tatsacxhe, dass, während die Sowjetpropaganda die Einberufung einer Konferenz für die „Sicherung Europas“ an keine Bedingung knüpft, sogar unterstreicht, dass es eine solche nicht geben wird, stellt die polnische Propaganda ziemlich klar umrissene Bedingungen. So heißt es in einem der letzten Artikel der theoretischen polnischen Zeitung „Nowi Drogi“ in Polemik mit den Sowjets und anders als im Text des Budapester Aufrufs: „Es ist verständlich, dass die Anerkennung aller bestehenden Grenzen seitens der Deutschen Bundesrepublik, der Oder-Neiße-Grenze und der Grenzen zwischen der DDR und Westdeutschland, sowie der Verzicht der Regierung der Bundesrepublik auf ihre Atomaspirationen und ihre Ansprüche, das ganze deutsche Volk zu vertreten, die Grundvoraussetzungen des Systems der europäischen Sicherheit sind“ [unterstrichen von der albanischen Redaktion]. Diese Haltung der Polen, die von der DDR, der CSR usw. gestützt wird, traf auf der Budapester Beratung zu Tage, wo sie zögerten, die sowjetische Forderung, China gemeinsam als Aggressor am Ussuri zu bezeichnen, zu erfüllen. Aber trotz dieser Besorgnisse und Meinungsverschiedenheiten fahren die Chruschtschowrevisionisten der SU fort, ihren Kurs der Allianz mit dem amerikanischen Imperialismus gegen die VR China beharrlich weiter zu verfolgen.
Um ganz offen zu zeigen, dass sie treue Partner der amerikanischen Imperialisten gegen China sind, ferner, um zu zeigen, welche entscheidende Bedeutung die Ruhe in Europa für sie besitzt und wie unerlässlich sie ist, beeilten sich die Sowjetführer bezüglich ihrer antichinesischen Kampagne und ihrer aggressiven Haltung gegenüber der VR China mit den Imperialisten zu wetteifern. In dieser Kampagne ist nicht wesentlich die Tatsache, dass sie Verleumdungen und hässliche Erfindungen gegen China und seine KP enthält, denn die prinzipienlose Polemik, die Schmähungen und die Abgeschmacktheit sind seit jeher charakteristisch für die antichinesische Propaganda der Sowjetrevisionisten. Aber von Bedeutung ist jedoch, dass sie heute das Ziel verfolgt, im Sowjetvolke eine Angstpsychose vor der „chinesischen Gefahr“ zu erzeugen, und dabei an die großrussischen nationalistischen und chauvinistischen Gefühle appeliert. Nicht nur die Propaganda der Sowjetpresse zeigt, dass das Hauptkennzeichen der heutigen Außenpolitik der SU ihre antichenesische Einstellung ist. Kossygins Besuch in Indien und seine Rede in Dheli sind ein Beweis dafür, dass die Kremlzaren mit jeder reaktionären Macht sich zu alliieren bestrebt sind, wenn sie nur gegen China ist. Sie schämen sich dabei nicht, auch mit Tschan Laitschek zu flirten, ohne die faschistischen Idonesischen Generäle und Marionetten Malaysias und Thailands zu erwähnen. Jetzt gibt es keinen Zweifel darüber, dass die kommenden sowjetisch-amerikanischen Besprechungen auf hoher Ebene sich in erster Linie um den Ausbau der gemeinsamen antichenesischen Pläne und Komplotte drehen werden. Die Sowjetrevisionisten verstärken einerseits die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Imperialismus und der asiatischen Reaktion, um China einzukreisen, andererseits erhöhen sie ihre Truppenkontingente im Fernen Osten und untenehmen schwere Provokationen an der chinesisch-sowjetischen Grenze, indem sie blutige Zwischenfälle herraufbeschwören.
Mit diesen wahnwitzigen und ziemlich gefährlichen Handlungen können die Sowjets mehr sich selbst als anderen Angst einjagen. Das mit den Ideen Mao Tsetungs ausgerüstete und in der Großen Proletarischen Kulturrevolution erhärtete 700-Millionen-Volk Chinas hat sich nie ins Bockshorn jagen lassen und wird auch in Zukunft vor dem Kriegsgeschrei und dem Säbelrasseln der amerikanischen Imperialisten und der Sowjetrevisionisten nicht erschrecken. Wenn diese einen aggressiven Krieg gegen China entfesseln, dann wird das chinesische Volk, wie Genosse Mao Tsetung gesagt hat, alle Gegner, sei es einzeln oder zusammen, in Grund und Boden stampfen.
Heute gibt es keine isolierten Ereignisse mehr. Auch die Ereignisse in der CSR stehen im engen Zusammenhang mit der aktuellen internationalen Konjunktur und man kann sie außerhalb des großen sowjetisch-amerikanischen Komplotts nicht verstehen. Haben aber die Revisionisten die tschechoslowakische Wunde geheilt? Werden sie das tschechoslowakische Volk unterwerfen können?
Weder der Beistand der Imperialisten mit jenen der USA an der Spitze, noch der Wechsel der Quislinge in Prag, noch die brutale Gewalt vermögen die Sowjetrevisionisten aus dem tschechoslowakischen Sumpf herausführen. Das letzte Wort hat das freiheitsliebende tschechoslowakische Volk. Die Husákclique, welche im Hradschin auf Befehl der Sowjetokkupanten und mit dem Segen des Imperialismus und der inneren und äußeren Reaktion den Platz der Dubčekclique einnahm, wird jetzt trachten, mit Terror und Betrug das tschechoslowakische Volk einzuschüchtern und seinen Widerstand zu brechen. Aber sowohl die fremdem Okkupanten als auch die inneren Verräter werden dieses Ziel nie erreichen.
Das tschechoslowakische Volk kennt jetzt gut das Raubtiergesicht der Sowjetokkupanten und weiß wohl, dass jeder Quisling, den sie in Prag auf den Thron erheben, das Werkzeug der Okkupanten und sein geschworener Feind ist. Darüber gibt es sich keiner Täuschung hin, abenso darf es seine Hoffnungen nicht auf die amerikanischen Imperialisten und ihre Alliierten setzen, denn diese haben es innerhalb von 30 Jahren zweimal an die Aggressoren verkauft, um daraus ihren schmutzigen Profit zu ziehen. Das tschechoslowakische Volk scheut kein Opfer und weiß wohl, dass es ohne Freiheit keine nationale Würde, keinen Sozialismus gibt. Der einzige Rettungsweg ist der bewaffnete Kampf mit allen Mitteln gegen die fremden Okkupanten und die Landesverräter. Die Arbeiter, Bauern, Frauen, Jungen und Mädchen und die patriotische Intelligenz werden sich gegen sie erheben, den fremden Okkupanten das Leben in der CSR sauer machen, sie vom heiligen Boden ihres Vaterlandes vertreiben und die Diktatur des Proletariats wieder herstellen. In diesem gerechten Kampfe werden sie nicht allein sein, sondern alle revolutionären Kräfte und die freiheitsliebenden Völker der Welt werden ihnen beistehen.
Die Ereignisse in der CSR sind eine Lehre und zugleich eine ernste Warnung für alle Völker, denn sie zeigen ihnen die Gefahr, welche die sowjetisch-amerikanische Allianz für ihre Freiheit und Unabhängigkeit bildet. Die Freiheit und Unabhängigkeit eines jeden Volkes, das Recht auf Souveränität und Entwicklung entsprechend seinen Bedingungen und Wünschen können nicht allein dort, wo die Staatsgrenze beginnt und aufhört, können nicht allein an dem Tage, wo der Feind die Türe aufgebrochen und den Herd betreten hat, beschützt werden. Sie werden täglich und stündlich in einem Kampfe Auge um Auge, Zahn um Zahn mit imperialistischen und revisionistischen Feinden beschützt. Denn diese schlafen nicht und verzichten auch nicht auf ihre Ziele, um alle Länder der Welt, ob groß, ob klein, zu unterwerfen.
Aber die verbrecherischen Pläne der amerikanischen Imperialisten und der sowjetischen Sozialimperialisten werden an der geballten Kraft der revolutionären und freiheitsliebenden Völker der Welt zerschellen. Wie jede konterrevolutionäre, faschistische Allianz, so ist auch die sowjetisch-amerikanische Allianz im Vergleich zu den Kräften der Völker schwach, kann jedoch sehr gefährlich werden, wenn man sie nicht enthüllt, nicht rechtzeitig bekämpft und isoliert. Es ist die Aufgabe aller freiheitsliebenden Völker und aller revolutionären, anti-imperialistischen Kräfte in dieser Situation voller Gefahren ihre Wachsamkeit zu erhöhen, nicht den Rückzug anzutreten, sondern sich den wütenden Wellen der imperialistisch-revisionistischen Reaktion mutig entgegenzuwerfen. Der vereinigten konterrevolutionären sowjetisch-amerikanischen Front muss man die vereinigte anti-imperialistische und antirevisionistische Front der Völker, welche durchaus imstande ist, schon am Anfang die aggressiven Pläne der neuen Prätendenten auf die Weltherrschaft zu zerstören, entgegenstellen. Der Kampf kann lange dauern, kann schwer, oft auch ungleich sein, aber am Ende werden die Völker bestimmt siegen.
- Ende -