1968 – 2008
40. Jahrestag
des Einmarsches der russischen Sozialimperialisten in die Tschechoslowakei
ENVER HOXHA
Aus dem politischen Tagebuch 1959-1984
Über die Ereignisse in der Tschechoslowakei 1968
aus: „Die Supermächte“, Tirana 1986
Mittwoch, 21. August 1968
Die sowjetischen Revisionisten marschieren mit ihrer Armee in die Tschechoslowakei ein
Die sowjetischen Revisionisten haben unter dem Deckmantel des Warschauer Vertrages eine Aggression gegen die Tschechoslowakische Republik und ihr Volk verübt. Heute morgen fand sich die gesamte Tschechoslowakei geknechtet wieder, geknechtet unter sowjetischen Panzerketten. Eine typisch faschistische Aggression, ohne jeden Grund, die gleichermaßen das internationale Recht, alle internationalen Normen wie auch die Artikel des Warschauer Vertrages mit Füßen tritt.
Die sowjetrevisionistischen Besatzer und ihre Verbündeten vom Warschauer Vertrag drangen in die Tschechoslowakei ein wie Diebe in der Nacht, nachdem sie noch in Bratislava ¹ einander umarmt und abgeküsst hatten und nachdem sie die dort beschlossene Erklärung urbi et orbi (vor aller Welt – lateinisch im Original) als ein „historisches Dokument“ verkündet hatten, welches „alles geregelt habe, welches die Einheit und Freundschaft unter uns gestählt habe“ usw. usf. Wir allein haben dieses als großen Bluff entlarvt, und es ist so gekommen. Bratislava war nichts als ein Rauchvorhang für diese Aggression.
Wie ich auch schon früher sagte, hätte dieses alles eine allerletzte, hoffnungslose Chance gewesen sein können, die dem liberalen Flügel der Revisionisten eingeräumt worden wären, welcher dachte, dass man sich mit den tschechoslowakischen Revisionisten würde einigen können. Tatsache ist aber, dass auf der Konferenz von Bratislava und in dem danch veröffentlichten Dokument weder ein Wort über die Tschechoslowakei noch über den Brief von Warschau verloren wurde, noch über irgendetwas von dem, was geschehen war bzw, nur wenige Tage später geschehen sollte. Es war ein Stück Papier, ein salzloses Gericht, das mit Sicherheit niemanden befriedigen und niemanden hinters Licht führen konnte, außer die Tschechen.
Nach der Konferenz von Bratislava bereiteten die Tschechen auch Tito einen triumphalen Empfang, der sich wie ein Hahn, als der Retter der Tschechoslowakei aufplusterte. Er reiste ab aus Prag voller Vertrauen, voller Eigenlob, hocherhobenen Hauptes, Brust raus und nahm von der tschechoslowakischen Regierung für geleistete Dienste einen Scheck über 13 Millionen Dollar mit und bekam einen weiteren über 16 Millionen Dollar von den Amerikanern. Wenige Tage später empfingen die Tschechoslowaken den Ceauşescu, der sich als „der Tapfere der Tapferen“ aufspielte. Dieser unterschrieb auch den Vertrag über gegenseitige Hilfe, in dem besonders betont wird, dass „sich die beiden Staaten gegenseitig vor einem oder mehreren Angreifer-Staaten verteidigen“ würden! Der Ćaush (Anmerkung: türkisch = Korporal. Ironische Anspielung auf Ceauşescu) begnügte sich nicht mit der Verteidigung vor nur „einem Angreifer“, sondern es musste bei ihm eigenen Augenmäß gleich „eine ganze Gruppe“ von Aggressoren sein.
Die sowjetischen, polnischen, deutschen, ungarischen und bulgarischen Revisionisten drangen von vier Seiten über die Grenzen der Tschechoslowakei und besetzten im Verlauf der ganzen Nacht bis zum Morgen Prag, nahmen den Rundfunk ein, umstellten die Gebäude der Regierung, des Zentralkomitees, des Parlaments, des Präsidenten und bei alledem fiel nicht ein Schuss. Und nicht nur das, sondern die tschechoslowakischen Revisionistenführer gaben Befehl, dass Armee und Volk „besonnen und ruhig“ bleiben sollten.
Was die Hilfe Rumäniens auf Grundlage des Vertrages anbelangt, lohnt es nicht, lange bei diesem Punkt zu verweilen. Den rumänischen Revisionisten selber fuhr die Angst in Mark und Bein, von einer Verteidigung anderer konnte gar keine Rede sein.
Wir stehen natürlich noch am Anfang und mit Sicherheit werden sich die Ereignisse weiter entwickeln.
Die sowjetischen Revisionisten begingen einen verzweifelten, für sie tödlichen Akt. Sie sind diskreditiert vor aller Welt, ja sogar vor ihren revisionistischen Freunden, deren Mehrheit mit diesem brutalen, für sie folgenschweren Akt nicht einverstanden ist. Die sowjetischen Revisionisten beging diese Verzweiflungstat ja nicht aus freien Stücken, sondern aus nackter Not, ihnen stand das Messer an der Kehle. Die Krisen, insbesondere Krisen wie die gegenwärtige, in denen die Fäulnis des revisionistischen Opportunismus offen zu Tage tritt, können ihnen nicht nützen, sie nützen nur der Revolution. Die Militärs müssen bei diesen Ereignissen ihre Finger im Spiel gehabt und ihre Ansichten voll durchgfesetzt haben.
Diese Gesamtentwicklung wird die internationale Lage zuspitzen, ja es besteht die Möglichkeit, dass die revisionistische und kapitalistische Weltöffentlichkeit in Aufruhr gerät. Die Widersprüche werden sich verschärfen, die Gewässer im faulig stinkenden Sumpf der „friedlichen Koexistenz“ werden aufgewühlt werden, die russisch-amerikanische Allianz wird, wenn nicht Risse, so doch ernsthafte Schrammen davontragen. Die Weltöffentlichkeit, aber auvch Angst und Zweifel werden dabei eine Rolle spielen.
Überall, wo sich die Revisionisten befinden, werden noch schlimmer als bisher die Fetzen fliegen, wird Chaos und Unordnung herrschen. Die revolutionären Kräfte müssen sich erheben und diese, für uns sehr vorteilhaften Situationen ausnutzen.
Wir müssen unsererseits den Kampf und unsere Propaganda gegen den Imperialismus und den Revisionismus mit noch größerer Intensität fortsetzen.
Wir müssen sofort Stellung nehmen, um die Aggression zu verurteilen, um die Tschechoslowakei und das tschechoslowakische Volk zu verteidigen, um die Rolle der sowjetischen Revisionisten , der kapitulantenhaften tschechoslowakischen Revisionisten, des Imperialismus und des Titoismus zu enthüllen. Dem tschechoslowakischen Volk und den revolutioinären tschechoslowakischen Marxisten-Leninisten müssen wir sagen, dass, wenn sie frei leben und tatsächlich ein sozialkistisches Land aufbauen wollen, die bewaffnete Revolutioin gegen die äußeren revisionistischen Besatzer und ihre inneren Handlanger und gegen jede Einmischung der Imperialisten und der Titoisten der einzige Weg zu ihrer Rettung ist. Einen anderen Weg gibt es nicht.
Der bewaffnete Kampf erfordert die Schaffung einer neuen marxistisch-leninistischen Partei Leninschen Typs in der Tschechoslowakei. Eine andere, zusammengeschusterte Partei wäre unbrauchbar und unfähig, den richtigen Weg zu weisen.
Bratislava¹
Die Rede ist von der Konferenz von Bratislava, über die Genossen Enver Hoxha den in der Zeitung „Zeri i popullit“ vom 10. August 1968 veröffentlichten Artikel „Niederlage der sowjetischen Revisionisten in Bratislava“ schrieb. In seinem Politischen Tagebuch schreibt er unter dem Datum des 5. August 1968 unter anderem:
„Das gesamte Präsidium der Sowjetunion ging nach `Canossa`, um die letzte Drohung auszusprechen. Niemals hat es das gegeben, dass sich das gesamte Büro erniedrigte, sie gingen aber hin als Maulhelden; in der Ukraine fanden große Militärmanöver statt, die der Tschechoslowakei drohen und die `Tapferen` schützen sollten, welche mit dem Zug kamen, im Zuge aßen, ihre Versammlung durchzogen und abends wieder mit dem Zug abfuhren, auf sowjetischem Territorium zurückzukehren. Und dieses beschämende Hin und Her vier Tage lang! ... Werden die sowjetischen Revisionisten diese schallende Ohrfeige hinnehmen, oder werden sie in ihrer Blödheit noch weitergehen und noch mehr Schaden anrichten? Nach allem, was geschah, scheint das schwierig, doch bei ihnen ist nichts unmöglich. Sie sind nichts anderes als Faschisten in recht verzweifelter Lage... Die ganze Tätigkeit der modernen Revisionisten ... besteht aus Manövern, um ihre finsteren Pläne gegenüber der Tschechoslowakei zu tarnen... aus taktischen Handlungen, um einzuschläfern und um eine Rechtfertigung zu haben für den Fall, dass sie sich der tschechoslowakischen Frage erneut, mit Kriegshandlungen zuwenden, um vor der öffentlichen Meinung sagen zu können: `Wir konnten nichts anderes mehr tun! Wir haben alles versucht, aber die Tschechoslowaken wollten nicht auf uns hören`“.
Mittwoch, 28. August 1968
Epilog auf das tschechoslowakische Drama
Gestern kehrten die verräterischen Führer des tschechoslowakischen Volkes, diese Revisionisten und Kapitulanten, aus Moskau nach Prag zurück. Erklärungen wurden abgegeben, die „Proklamation“ von Moskau wurde veröffentlicht, ebenso das von den Aggressoren und ihren unterworfenen Lakaien unterschriebene Kommuniqué über die Verhandlungen, die man geführt hatte.
Das „Übereinkommen“ von Moskau verankert das Diktat der imperialistischen Sowjetführung mit dem Ziel, die Besetzung fortzuführen und das tschechoslowakische Volk zu unterdrücken.
Das sowjetische Volk, welches zulässt, dass ein anderes Volk unterdrückt wird, ist selbst nicht frei. Solange es nicht auf den Verrat, den seine revisionistischen Führer verübten, gewaltsam und bewaffnet reagiert, wird dies so bleiben und nichts wird daran etwas ändern können; auch die verlogenen Slogans ihrer „Prawda“ nicht, die jetzt besser nicht „Prawda“, sondern „Kosch“ (russisch im Original – Lüge) genannt werden sollte-
Moskau bedeckte sich mit Schande, und wegen der Verräter durchwehte es ein Hauch „Berghof“, als der neue „Hacha“ der Tschechoslowakei, Präsident Svoboda, wie seinerzeit Präsident Hacha, die Knechtschaft des eigenen Volkes unterschrieb.
Das Diktat Moskaus ist das Diktat einer faschistischen bürgerlichen Clique, die jede Freiheit des tschechoslowakischen Volkes erstickt.
Die tschechischen Revisionisten, die Verräter Svoboda, Dubček, Smrkovsky u.a. bestätigen das, was wir über sie gesagt hatten, eben dass sie Verräter am tschechoslowakischen Volk sind. Sie erwiesen sich als die ängstlichsten, kapitulantenhaftesten Leute aus dem Lager der Bourgeoisie. Nicht nur, dass sie die sowjetische Armee ihr Land besetzen ließen, nicht nur, dass sie das Volk und die Armee aufriefen, sich unter den Panzern der Besatzer ruhig zu verhalten, nein, das erste, was sie nach ihrer Rückkehr aus Moskau taten, war, ihrem Volk zu sagen: „Seid ruhig, leistet keinen Widerstand, reagiert nicht“, was klipp und klar heißt: „Unterwerft euch der Besatzung“.
Die faschistische sowjetische Armee wird sich aus der Tschechoslowakei nie freiwillig zurückziehen. Die, die den barbarischen Akt der Aggression unternahmen und lebenslang diskreditiert wurden, gingen in die Tschechoslowakei nicht, um wieder herauszugehen, sondern um dort zu bleiben. Von nun an werden in der Tschechoslowakei alles, jede Kollaborateursregierung, alle Quislinge von Moskau diktiert.
Die Niederlage der sowjetischen Revisionisten, an der auch das Diktat nichts ändert, das sie den revisionistischen Führern der Tschechoslowakei aufgezwungen haben, ist nicht wieder gut zu machen. Sie wird noch größer werden, und weitere Niederlagen werden ihr folgen. Sie wissen auch selbst, dass überhaupt nichts gelöst wurde, dass im Gegenteil die Probleme sich für sie in schlimmer Weise verkomplizieren, dass sie sowohl innerhalb der Sowjetunion als auch auf internationaler Ebene an Schärfe zugenommen haben.
Während dieser ganzen Tragödie wurde sehr klar, dass das sowjetisch-amerikanische Bündnis seine Aufgabe voll erfüllt hat. Die Vereinigten Staaten von Amerika ließen sich durch das, was in der Tschechoslowakei geschah, nicht im Geringsten aus der Ruhe bringen. Auch in Westdeutschland gab es keinen Alarm. Nach dem „Übereinkommen“ von Moskau ging die Sache so weit, dass der Sprecher des State Departements in den Vereinigten Staaten von Amerika Befriedigung darüber äußerte, dass Dubček an der Macht blieb und dass zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjetunion „die Probleme ins Lot gebracht werden konnten“. Es ist klar, dass die Sowjets freie Hand hatten, so wie sie den amerikanischen Imperialisten bei ihren Aggressionen gegen andere Völker freie Hand gelassen haben und auch in Zukunft lassen werden [hervorgehoben von Enver Hoxha]. Sie haben die Zonen aufgeteilt. In der eigenen „Zone“ kann jeder tun und lassen, was er will. Auch die Sowjets haben anlässlich der israelischen Aggression gegen die Vereinigte Arabische Republik (Ägypten) und die arabischen Völker zum soundsovielten Male bewiesen, dass sie sich hieran halten.
Das tschechoslowakische Volk wird sich mit der Lage nicht abfinden können. Es durchschaut den an ihm verübten Verrat und wird ihn noch besser durchschauen lernen. Es wird die Besatzung nicht hinnehmen und auf verschiedene Weise gegen sie kämpfen. Tatsache ist, dass es trotz des Verrates seiner Führer jetzt passiven Widerstand gegen die Besatzer leistet. So etwas hatten die Sowjets nicht erwartet, es hat sie verwirrt und ihre demagogischen Pläne vereitelt. Für die Tschechoslowakei und den Sozialismus ist es von großer Wichtigkeit, dass dieser Widerstand weitergeht, verstärkt wird und von passiven zu aktiven bewaffneten Formen übergeht. Das nationale Motiv und der nationale Antrieb sind sehr stark. Die tschechoslowakischen Revolutionäre müssen beides gründlich ausnutzen.
Das Moskauer Diktat gegenüber der kapitulationswilligen tschechoslowakischen Führung bedeutet auch für die revisionistischen Lakien auf der ganzen Welt eine furchtbare Niederlage. Sie „verurteilten“ die sowjetische Aggression, doch verlangen die Sowjets jetzt von ihnen, dass sie das, was sie ausgespuckt haben, wieder auflecken. Widerwärtig! Sie sind schmalos.
Wir müssen den Widerstand des tschechoslowakischen Volkes unterstützen. Die tschechoslowakischen Revolutionäre hegen aufrichtige Liebe und Bewunderung für die richtige Linie unserer Partei. Sie hören mit größter Aufmerksamkeit Radio Tirana. Wir müssen unsere Propaganda in Richtung Tschechoslowakei verstärken und vervollkommnen. Wir haben alle Möglichkeiten dazu und werden uns im Interesse des Marxismus-Leninismus und der proletarischen Revolution entsprechend verhalten.
Freitag, 13. September 1968
Die Volksversammlung der VRA verabschiedete das Gesetz über die Aufkündigung des Warschauer Vertrages
Heute diskutierten die Abgeordneten in der Volksversammlung den Bericht „Über die Haltung der VRA gegenüber dem Warschauer Vertrag“ , der ihnen gestern erstattet worden war, und unterstützten den Vorschlag, die Mitgliedschaft in diesem aufzukündigen. Zum Schluss verabschiedete die Versammlung einstimmig das beantragte Gesetz über die Aufkündigung des Warschauer Vertrages durch die Volksrepublik Albanien.
Das Maß ist voll! De facto standen wir schon außerhalb des Warschauer Vertrages, angesichts der Aggression gegen die Tschechoslowakei musste dieser Schritt aber auch de jure erfolgen.
Die Aufkündigung dieses Vertrages und der Austritt unseres Landes sind eine Maßnahme von sehr großer Bedeutung und dienen in erster Linie der Verteidigung unserer Unmabhängigkeit und unseres Vaterlandes.
Montag, 23. September 1968
Ziel der Sowjetrevisionisten: Im Bündnis mit den USA die Hegemonie auf der Welt zu errichten
Der chinesische Botschafter hat uns zu dem Empfang eingeladen, den er am 30. September, anlässlich des 19. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China geben wird. Ich werde mir hier einige Notizen für eine Ansprache machen, die ich vielleicht auf dem Empfang halten werde.
Die weitere Entartung der Sowjetrevisionisten musste sich natürlich in Richtung eines ausgeprägten Großmachtchauvinismus entwickeln, wollten sie durch Waffengewalt ihren Partnern, die zwar in der Ideologie mit ihnen Schritt halten, sich ihren Befehlen und ihrem Diktat jedoch nicht fügen, ihren Willen aufzwingen. Die scheinmarxistischen Parolen und Phraseologien, deren man sich jahrelang bedient hat, taugten nun nicht mehr, weder um die sich stets vertiefenden Divergenzen zu mildern noch um sie zu verbergen.
Die revisionistische Demagogie büßte in der Politik, in der Ideologie, in den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen und in den militärischen „Bündnissen“ ihre Wirksamkeit ein. Die Wolfszähne kamen offen zum Vorschein. Der Sowjetrevisionismus ging zu einem Militarismus faschistischen Typs über. Wenn es heute um die Lösung von Widersprüchen geht, so droht er mit bewaffneter Aggression und besetzt jene „verbündeten“ Staaten, die sich seinem Diktat verweigern. Er hat die Tschechoslowakei angegriffen und besetzt. Niemand kann sich vormachen, die Sowjetrevisionisten, die genauso degeneriert, wenn nicht noch degenerierter sind als die tschechoslowakische Revisionistenclique Dubčeks, hätten ein moralisch, politisch und ideologisch begründetes Recht, bewaffnet zu intervenieren und in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei und in der ČSSR Ordnung zu schaffen, wo sie doch selber die Initiatoren und Befürworter einer solchen kapitalistischen Entartung sind, selber ihre kommunistische Partei in eine revisionistische Partei und die Sowjetunion in ein kapitalistisches Land verwandelt haben.
Niemand kann der Legende Glauben schenken, derzufolge sich die Sowjetunion gezwungen sah, die ČSSR militärisch zu besetzen, weil diese vor der Gefahr gestanden habe, von den Imperialisten angegriffen zu werden, wo doch zu gleicher Zeit und von vornherein die Sowjetrevisionisten sich mit ihrem Verbündeten. Den USA, über diese Aggression verständigt und vollständig geeinigt hatten, gegen welche die Amerikaner dann auch nicht einmal den kleinen Finger zu rühren sich herbeiließen und die auch in Bonn keinerlei Zeichen der Nervosität hervorrief, obwohl jenseits der Grenzen im Süden der Bundesrepublik nicht wenige Sowjettruppen zusammengezogen waren. Merkwürdige Umstände für die sowjetische Legende vom „Komplott“! Obwohl diese Legende angesichts der Realität zusammenbrechen muss, setzt man alles daran, um sie mit großem Aufwand zu verbreiten.
Was also zwang die Sowjetrevisionisten zur offenen Aggression gegen die Tschechoslowakei, ihre Verbündete im Warschauer Vertrag?
Das Ziel des modernen Revisionismus im Allgemeinen ist die Liquidierung des Marxismus-Leninismus, die Beseitigung des sozialistischen Regimes und die Wiederherstellung des Kapitalismus. Das Ziel des sowjetischen Revisionismus im Besonderen ist die Errichtung der Welthegemonie im Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika in dem Sinne, dass beide, unter dem Vorwand, die Weltsupermächte zu sein, diese Welt beherrschen und in Einflusssphären unter sich aufteilen.
Es versteht sich, das die von den modernen Revisionisten beherrschten Länder nicht nur Einflusszonen der Sowjetunion sind, sondern auch von ihr als de facto, wenn nicht sogar de jure, der eigenen unmittelbaren Herrschaft unterstehend betrachtet werden.
Bei alledem aber tragen die Einflusszonen in ihrer gegenwärtigen Aufteilung zwischen den beiden Weltsupermächten nicht die äußeren oder juristischen Merkmale des alten, klassischen Kolonialismus, sondern vielmehr die des Neokolonialismus. Die kapitalistische Umwandlung und Entartung der Sowjetunion und der übrigen revisionistischen Ländern bringt in jedem einzelnen revisionistischen Land eine neue Bourgeoisie hervor, die danach strebt und dafür kämpft, ihre eigene Herrschaft über das Volk zu errichten, ihre eigene Diktatur und Politik zu schaffen und neue Bündnisse mit jener kapitalistischen Bourgeoisie bzw. imperialistischen Supermacht einzugehen, der sie sich durch Tradition, Neigung und Interesse verbunden fühlt.
Für den modernen Revisionismus selbst, diese bürgerlich-kapitalistische Ieologie, bildet dieser Vorgang das wichtigste Leitmotiv in seinem Kampf gegen den proletarischen Internationalismus gegen die sozialistische Gesellschaftsordnung und den Marxismus-Leninismus.
Auf Grundlage der von den chruschtschowianischen Revisionisten und ihren Satelliten eilfertig gebilligten und als einzig richtiger Weg verkündeten Politik der „friedlichen Koexistenz“ und des amerikanisch-sowjetischen Bündnisses beteiligten sich die US-Imperialisten, die kapitalistische Bourgeoisie Europas und die Weltreaktion aktiv an diesem Umwandlungsprozess der Sowjetunion und der übrigen von den Revisionisten beherrschten Länder in Richtung Kapitalismus und leisten dabei tatkräftige Hilfe.
Das war eine Zeit der Flitterwochen. Der Gewährung von Krediten durch den Weltkapitalismus, des Brückenschlages, der aufsehenerregenden gegenseitigen Besuche der Staatsmänner kapitalistischer und revisionistischer Länder, eine Zeit des Zustroms der westlichen Touristen, westlichen Literatur, westlicher Filme und Künstler in die Sowjetunion und die anderen revisionistischen Länder, eine Zeit, in der andererseits die Verleumdungen und Attacken gegen die Partei der Arbeit Albaniens, gegen die Volksrepublik Albanien und gegen alle marxistisch-leninistischen Parteien der Welt auch nicht eine Minute aufhörten.
Die chruschtschowianischen Renegaten, die den Marxismus-Leninismus, die Völker der Sowjetunion, die Lenin, Stalin und die Weltrevolution verrieten, glaubten in ihrer großmachtchauvinistischen Überheblichkeit, dass sie nicht nur ihre revisionistischen Satelliten im Zaume halten, sondern darüber hinaus auch die ganze Welt mit ihrer Demagogie, mit Rubeln, Dollars und durch Druck und Erpressung betrügen bzw. einschüchtern könnten. Doch sie vermochten weder das eine oder das andere. Durch den heldenhaften, prinzipientreuen, leidenschaftlichen, unauslöschlichen und stets wachsenden Kampf aller revolutionären, marxistisch-leninistischen Parteien der Welt wurde ihnen die Maske heruntergerissen, wurden ihre Pläne durchkreuzt. Die Sowjetrevisionisten waren nicht imstande, den Vorgang des politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Auseinanderdriftens des revisionistischen Lagers aufzuhalten. Sie gerieten in den Griff der politischen Krise und der ideologischen Entartung. Der Polyzentrismus gedieh, und eine außergewöhnlich schwere Wirtschaftskrise wütet überall – in der Sowjetunion und in den anderen Ländern, in denen sich die Revisionisten an der Macht befinden.
Eine derartige Situation herrscht nicht nur in der Teschechoslowakei. Dort kam die Krise zum Ausbruch, doch auch in Rumänien zeichnet sie sich ab, sie besteht bereits in Bulgarien, in Polen, in Ostdeutschland und in Ungarn. Vor allen anderen aber herrscht sie in der Sowjetunion selbst.
Dem sowjetrevisionistischen Kaiserreich droht also die Spaltung eher von innen her, als aufgrund eines „unmittelbar bevorstehenden“ imperialistisch-militärischen Komplotts von außen her, was die Sowjets aus Anlass ihrer Aggression gegen die Tschechoslowakei als „Begründung“ vorbrachten.
Die Situation sieht also folgendermaßen aus: die im revisionistischen Lager scheinbar hergestellte Harmonie ist aus den Fugen geraten, die Herrschaft der sowjetischen Revisionisten ist gefährdet, und sie kann nicht mehr durch Formeln und Slogans, auch nicht durch Versprechungen und Erpressungen, sondern nur durch Waffengewalt wieder stabilisiert werden. Der Revisionismus in der Sowjetunion und in ihren Satellitenländern ist eine weitere, neue Phase eingetreten – in eine Phase faschistischer Militärdiktatur.
Die Lage in der Sowjetunion muss wohl derartig schwierig geworden sein – die Unterdrückung, der Terror, die Zensur und die Deportationen belegen das -, dass sich die herrschenden Revisionisten gezwungen sahen, eine faschistische Militärdiktatur zu errichten, um die Revolution innerhalb der Sowjetunion und in den anderen von den Revisionisten beherrschten Ländern niederzuhalten und zugleich – unter dem Mantel des Warschauer Vertrags, unter dem Vorwand der „Verteidigung der sozialistrischen Länder“ – die Lage manu militari [im militärischen Handstreich – lateinisch im Original] in den Griff zu bekommen. Also stationieren sie in diesen Ländern sowjetische Truppen, und die Cliquen an der Macht werden vor die Wahl gestellt: entweder sich den Sowjets zu fügen oder von ihnen kaltgestellt und durch unverhüllte Quislinggestalten ersetzt zu werden.
Dieser Vorgang läuft heute nicht nur in der Tschechoslowakei ab, sondern auch in den übrigen revisionistischen Ländern.
Freilich konnten die Maßnahmen der Sowjetrevisionisten nicht verhindern, dass der Prozess der Auflösung und die Krise im Lager des Revisionismus voranschritten. Noch weniger konnten sie den Aufschwung der Revolution aufhalten. Die Revolution, der Widerstand in der Sowjetunion, in der Tschechoslowakei, in den von den Revisionisten beherrschten Ländern überhaupt wie auf der ganzen Welt wird zunehmend stärker, wird sich noch klarer herauskristallisieren, wird sich konsolidieren und einen qualitativ neuen aktiveren und kämpferischeren Stand erreichen.
Die Revolutionäre, die Völker und Patrioten werden die Lage zunehmend klarer erkennen, furchtlos den Weg des Kampfes, den Weg der Revolution fortsetzen, auf dem sie durch den Marxismus-Leninismus geführt werden, dessen Banner die marxistisch-leninistischen Parteien hochhalten.
Das aggressive sowjetische Vorgehen wird aber auch den Widestand jenes Teils der neuen revisionistischen Bourgeoisie nicht verhindern können, der danach strebt, sich vom Joch der Sowjetbourgeoisie zu befreien, welche bemüht ist, den anderen ihre faschistische Diktatur aufzuzwingen. Dieser widerstrebende Teil wird seinen Kampf in verschiedenen Formen fortsetzen, koordiniert mit dem stets zunehmenden Kampf des Weltkapitalismus und -imperialismus gegen die aggressive sowjetische Macht, die, wenn nicht heute so morgen, selbstverständlich auch letztere bedrohen wird.
Die vielgestaltige Gesamtheit der Widersprüche zwischen den revisionistischen Cliquen, zwischen den verschiedenen revisionistischen Parteien, zwischen dem Imperialismus und Revisionisten wird sehr zu deren Schaden und zum Nutzen der Revolution an Umfang und Schärfe noch zunehmen.
Aus diesem Grund müssen die Revolutionäre ihren Kampf an zwei Fronten organisieren: gegen den Imperialismus und gegen den Revisionismus. Der Widerstand gegen die revisionistischen Cliquen an der Macht beginnt stärker zu werden. In der Tschechoslowakei vertreten diesen Widerstand weder die tschechoslowakische Bourgeoisie noch die Revisionistenclique Dubčeks und Svobodas, die vor den Besatzern kapitulierte, sondern die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen des tschechoslowakischen Volkes. An vorderster Front des Widerstands müssen die aufrechten Marxisten-Leninisten stehen. Sie müssen den Charakter des „Widerstandes“ solcher Cliquen wie der Dubčeks oder irgend eines anderen von der gleichen Sorte klar durchschauen und dürfen ihn nicht mit dem wirklichen Widerstand und Kampf des Volkes und der Arbeiterklasse vermischen, die von den revolutionären Kommunisten organisiert werden und gegen die im Ausland wie im eigenen Land stehenden Imperialisten und Kapitalisten, gegen die Sowjetrevisionisten, gegen die Besatzer und die revisionistischen Satellitencliquen und alle ihre Quislinge geführt werden müssen.
Nach der Besetzung der Tschechoslowakei können wir sagen, dass nun auch Polen, die DDR, Ungarn und Bulgarien unter ein scharfes Regime militärischer Besetzung durch die sowjetischen Imperialisten und Revisionisten gestellt worden sind. Über diese Länder übt heut Marschall Jakubowski, der militärische Vertreter der Moskauer Junta, militärisch, politisch und ideologisch eine vollständige Macht aus. Jakubowski spaziert von einer Hauptstadt in die nächste, erteilt seinen Besatzungstruppen Anweisungen und hält die führenden Cliquen in Angst und Schrecken.
Auf der Budapester Beratung, auf der über das Schicksal der Moskauer Konferenz beschlossen werden soll, die die Revisionisten im November abhalten möchten, werden die Meinungsverschiedenheiten der Revisionisten in offene Auseinandersetzungen einmünden. Die Partei der Arbeit Albaniens hat schon vor einiger Zeit das schmähliche Fiasko dieser Versammlung vorausgesagt. Um ein wenig Ordnung in den Budapester Debatten zu schaffen und um die revisionistische Bohéme gut auf den Weg nach Mnoskau bringen zu können, täten die Sowjetführer nicht schlecht daran, Marschall Jakubowski und für alle Fälle, auch den Direktor der Gosbank nach Budapest zu entsenden.
Als die Partei der Arbeit Albaniens dem Verräter Nikita Chruschtschow die Maske herunterriss, fand er kein anderes Argument als zu behaupten: „Die albanische Führung hat sich um 30 Silberlinge an die Imperialisten verkauft“. Auch jetzt, da die Partei der Arbeit Albaniens und die Regierung der Volksrepublik Albanien ihre Mitgliedschaft im Warschauer Vertrag wegen seines aggressiven Charakters aufkündigten, fanden die chruschtschowianischen Verräter, Breschnew, Kossygin und ihre Lakaien, kein anderes Argument als zu behaupten: „Die albanische Führung hat Albanien an den Imperialismus verkauft“.
Eine ganze Flut von Verleumdungen überschwemmt derzeit die Kanäle Radio Moskaus und die revisionistische Presse in der Sowjetunion, die revisionistische Presse Gomulkas, Shiwkows und anderer. TASS und Radio Moskau, die auch die Rundfunkstationen der Satelliten füttern, entdeckten eines schönen Morgens in einem faschistischen italienischen Boulevardblättchen namens „Mond“ die Meldung, angeblich betreibe die albanische Führung doch tatsächlich Geheimverhandlungen mit westlichen Ländern! Die Hunde kläffen den Mond an, und es ist ja nur natürlich, dass man eine gemeinsame Sprache spricht.
Zudem hat unlängst auch Gomulkas Käseblatt die Entdeckuzng gemacht: „Die albanische Wirtschaft ist in die Abhängigkeit Italiens geraten“.
Derartige Lügen und Verleumdungen können das sozialistische Albanien und ihre Führung nicht besudeln. Alle Welt versteht, dass die chruschtschowianische Clique in der Sowjetunion und die übrigen revisionistischen Cliquen an der Macht so etwas brauchen, um die korrekte Politik der Partei der Arbeit Albaniens zu verdunkeln, eine Politik, die sonnenklar ist, sich die Sympathie der Völker erfreut und von ihnen flammend unterstützt wird.
Die faschistischen sowjetischen Militaristen, die ihre aggressiven Truppen auf dem Boden der Volksrepublik Bulgarien konzentriert haben, und die Clique Todor Shiwkows, die die Verwandlung des bulgarischen Territoriums in ein Aufmarschgebiet gegen die Balkanvölker und in besonderer Weise gegen Albanien zulässt, können niemandem weismachen, dass die Präsenz dieser Truppen auf bulgarischem Territorium nur eine Verleumdung unsererseits sei. Auch das aggressive Ziel der Sowjetrevisionisten, den Frieden auf dem Balkan zu stören, kann kaum durch eine lumpige Erklärung der bulgarischen Nachrichtenagentur, die unter sowjetischem Diktat auch zwanzig solche Erklärungen pro Tag fabrizieren kann, aus der Welt geschafft werden. Die Welt hat die Bratislava-Erklärung noch in frischer Erinnerung, jene ach so „feierliche“ Erklärung voller Unterschriften und Siegel, über die, ehe noch die Tinte getrocknet war, die Sowjetpanzer hinweg rasselten und die Tschechoslowakei besetzten.
Wir wenden uns an das bulgarische Brudervolk mit der Mahnung, äußerst wachsam zu sein und sofort entschlossene Maßnahmen gegen die neuen Besatzer seines Landes, die Sowjetrevisionisten, und gegen ihre Lakaien, die bulgarischen Quislinge, zu ergreifen. Als wahrhafte und treue Freunde des bulgarischen Brudervolkes, ist es unsere Pflicht, offen zu reden und zu warnen, dass jeder möglicherweise vom bulgarischen Territorium ausgehende Aggressionsversuch sowjetrevisionistischer Aggressoren und ihrer Lakaien gegen das sozialistische Albanien sofort zurückgeschlagen und dass der Sieg dem albanischen Volk gehören würde.
Montag, 7. Oktober 1968
Aufzeichnugnen für die Rede, die unser Vertreter auf der diesjährigen Sitzung der UNO halten wird
(...) Seite 284:
Typisch ist die Rede des Vertreters der Tschechoslowakei des begabten, demokratischen und fortschrittlichen, jedoch erneut von neuen Invasoren gemarterten tschechoslowakischen Volkes; diese neuen Invasoren machen auf schändliche Weise und ganz ohne Handschuhe nicht nur dortzulande, sondern auch hier, in diesem Saal, das Gesetz. Der tschechoslowakische Vertreter stieg auf diese Tribüne, versteckte die Gefühle seines Herzens und redete in der Sprache des Besatzers, wobei er sich bemühte, uns zu bewegen, dass wir uns nichtg über die Rechte, die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und den Sozialismus in der Tschechoslowakei äußern, da es das Interesse des Besatzers Jakubowski so verlange! Nein! Niemand kann uns Albanern den Mund verbieten, weder Jakubowski noch seine Kanonen und seine atomaren Raketen. Das albanische Volk wird weiterhin und glühend seine Freiheit und seine Rechte wie auch die Rechte der Völker der Welt verteidigen.
Dienstag, 29. Juli 1969
Einige Aspekte der internationalen Lage
Bald jährt sich zum ersten Mal die Besetzung der Tschechoslowakei durch die sowjetische Armee. Während dieses ganzen Jahres haben sich die sowjetischen Revisionisten alle erdenklichen Mittel bedient, um das tschechoslowakische Volk vollständig zu unterwerfen. Ihr Ziel konnten sie nicht erreichen. Es ist eine Tatsache, dass sie den Revisionisten Dubček abgesetzt und an seiner Stelle einen anderen Quisling, Husák, an die Macht gebracht haben, der angeblich größeres Ansehen genießen soll als Dubček , aber gegenüber den Befehlen des Besatzers gehorsamer und unterwürfiger ist.
Das ganze Jahr hat nicht mehr gebracht, als dass die Truppen des Besatzers sich wärmere Unterkünfte und einen noch unversöhnlicheren Hass des Volkes eingehandelt haben. Presse, Radio und die anderen Propagandamedien wurden geknebelt, doch der passive Widerstand des Volkes ist gewachsen.
Die wirtschaftliche Lage der Tschechoslowakei ist katastrophal, der Handel liegt am Boden, die Länder werden vom „Iwan“ geleert, der alles, was er finden kann, kauft und an „Maruschka“ in Russland schickt.
Die Tschechoslowakei hat ihre Würde, ihr Ansehen und ihre Handlungsfähigkeit als souveräner und unabhängiger Staat in der internationalen Arena vollständig eingebüßt. Sie ist ein von den Sowjets mit Waffengewalt restlos unterworfenes Land. Nicht nur innerhalb der Tschechoslowakei, sondern auch auf der internationalen Arena erreicht die Diskreditierung der Sowjets ihren Höhepunkt. Es ist schwierig, der Lüge „Glanz zu verleihen“, wenn es einerseits nur Quislingstaten, andererseits nur Repressalien der Sowjets zu vermelden gibt. Die Situation in der Tschechoslowakei wird sich noch weiter zuspitzen. Man spricht vom Bummelstreik anlässlich des Jahrestages der Besetzung. Flugblätter, illegale Schriften gegen die Sowjets gehen in der Tschechoslowakei in großer Zahl von Hand zu Hand. In jeder tschechoslowakischen Familie brodelt der Hass gegen die Besatzer. Es gibt viele Versuche, sowohl aufrichtiger, als auch übler Kräfte, sich zu organisieren. Große Bedeutung hätte die Schaffung einer marxistisch-leninistischen Partei, die den Widerstand und die Energie des Volkes um sich scharen und in eine entschlossene Aktion führen, die den bewaffneten Widerstand leiten könnte.
Das nationale Moment ist zur Zeit sehr günstig. Das tschechoslowakische Problem ist ein Krebsgeschwür für die sowjetischen und die anderen Revisionisten. Das Land bleibt ein von Unzufriedenheit und Widerstand heißes Pflaster. Das tschechoslowakische Volk wird wieder starke und revolutionäre Kräfte finden, um sich zu erheben. (...)
Ende