1968 – 2008
40. Jahrestag
des Einmarsches der russischen Sozialimperialisten in die Tschechoslowakei
ENVER HOXHA
Die Sowjetrevisionisten und die Tschechoslowakei
( „Zëri i popullit“– 24. Juli 1968)
Verlag „Naim Frashëri“, Tirana 1968
Aus: „Die Supermächte“ - Dienstag, 23. Juli 1968
Dieser Tage habe ich meinen am 15. Juli begonnenen Artikel über die schwierige Lage beendet, in der sich das tschechoslowakische Volk befindet. Heute habe ich noch drei Teile hinzugefügt und einige Änderungen und Aktualisierungen vorgenommen. Wir haben ihn an die Zeitung „Zëri i popullit“ geschickt, damit sie ihn morgen unter dem Titel „Die sowjetischen Revisionisten und die Tschechoslowakei“ veröffentlicht....
Das tschechoslowakische Volk erlebt schwere Tage, es wird von innen und außen bedroht. Das ist das Ergebnis des Verrats der chruschtschowschen Revisionisten, der tschechoslowakischen Revisionisten, der inneren tschechoslowakischen Reaktion, der auswärtigen revisionistischen Koalition und der imperialistisch-kapitalistischen Weltreaktion.
Viele Feinde haben sich auf das tschechoslowakische Volk geworfen, um es für immer zu versklaven. Alle diese Feinde gebärden sich als seine „treuen Freunde“, alle sagen, dass sie „dem tschechoslowakischen Volke die Freiheit und die Demokratie, welche es im Begriffe zu verlieren ist, bringen wollen“, aber alle schaufeln ihm das Grab. Sein Grab begann schon die revisionistische Nowotnyclique, welche die Geschichte der CSR mit den Chruschtschowiandern verband, zu schaufeln. Novotny war der geliebte und geehrte Sohn Chruschtschows. Nach dessen „Tode“ blieb Nowotnys Stellung unerschüttert, sowohl im Innern, als auch im revisionistischen Lager. Auch dann, als die zentrifugalen Kräfte von dem Epizentrum des modernen Revisionismus aus sich stark in Bewegung setzten, harrte Nowotny mit seinem Clan unerschütterlich beim Breschnew und Kossygin als ihr treuer Beschützer und erstklassiger antimarxistischer Kämpfer aus.
Auch die Haltung Nowotnys und seines Clans gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik, welche ein äußerst empfindlicher Punkt des revisionistischen Lagers ist, war „ausgezeichnet“, d.h., zu Gunsten Ulbrichts und man bemerkte kein einziges Anzeichen einer Annäherung an die Deutsche Bundesrepublik, wie bei den Rumänen. Ja, gegen diese Frage haben die Sowjetrevisionisten selbst schwer gesündigt und müssen Rechenschaft ablegen.
Die innere wirtschaftliche und moralisch-politische Krise der tschechoslowakischen KP und der CSR war nicht größer und katastrophaler als die der SU und der anderen revisionistischen Länder. Aber hier geschah etwas Unerwartetes, denn unter den Füßen Nowotnys und seines Clans wankte der Boden und schließlich wurden sie liquidiert.
Die Ausbootung Nowotnys und seines Clans erfolgte durch die Dubčekclique, eines bis dahin unbekannten Mannes ohne Autorität, der von Revisionisten und Ultras umgeben war, welche aus den Gefängnissen entlassen worden waren. Unglaublich war die Haltung der Nowotnyanhänger; sie leisteten nicht den geringsten Widerstand, im Gegenteil sie förderten ihren eigenen Sturz, gaben die Demission und zogen sich zurück wie räudige Hunde, wie wenn ihnen einer, der hinter den Kulissen stand, den Befehl gab, so zu handeln.
All das zeigt, dass die tschechoslowakische Angelegenheit keine so einfache Sache ist. Hier gibt es ein großes Komplott gegen ein Land, gegen ein Land, welches eine wichtige strategische Stellung in Europa einnimmt. Die CSR war also ein Schachbrett und die Cliquen, welche gingen, kamen und kommen werden, sind die Schachfiguren in den Händen der Sowjetrevisionisten und des amerikanischen Imperialismus. Die internationale Mafia arbeitet in der CSR wie es ihr beliebt.
Wir haben den Prozess der Desintegration des sozialistischen Lagers schon lange vorausgesehen, haben ihn in marxistisch-leninistischer Weise erklärt und motiviert und sind dabei nicht fehlgegangen. Die Ereignisse in der CSR, welche ein Teil dieses Prozesses sind, bestätigen erneut diese unsere Schlussfolgerungen.
Die modernen Revisionisten der verschiedenen Länder kämpfen, um sich von dem Sowjetrevisionismus gänzlich zu trennen, gehen Verbindungen und Allianzen ein und errichten neue Brücken zum amerikanischen Imperialismus und zum Weltkapitalismus. Das größte, konkreteste, realste Beispiel in dieser Richtung gibt der Sowjetrevisionismus selbst, welcher mit den USA und dem Weltkapitalismus durch eine unbefristete Allianz eng verbunden ist. Diese Allianz herrscht heute in der kapitalistisch-revisionistischen Welt. Die beiden kapitalistischen Großmächte suchen die Welt zu beherrschen und ihre Einflusszonen festzulegen, wobei sie auf den ersten Plan den Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, den Sozialismus und die Revolution gesetzt haben. Ein Teil dieses Kampfes um die Einflusszonen ist auch die Erhaltung ihrer Satelliten in Abhängigkeit. Das hat natürlich auch zur Folge, dass der eine oder andere Satellit sich von einer Macht trennt und sich der anderen anschließt. Es findet also ein Kampf wie unter Wölfen statt, es werden Komplotte und Intrigen auf Kosten der Völker vieler Länder, von denen eines die CSR ist, gesponnen.
Die CSR, ein revisionistischer Satellit der Sowjetrevisionisten, kämpft jetzt, um von den Chruschtschowianern loszukommen und versucht, sich mit den Amerikanern und dem Kapitalismus des Westens zu verbinden. Bei diesen Bemühungen werden die tschechischen Reaktionäre und die Revisionisten von dem Weltkapitalismus unterstützt.
Vor allem die sowjetischen, polnischen und deutschen und in zweiter Linie die bulgarischen und ganz zuletzt die ungarischen Revisionisten üben dauernd Erpressungen und Pressionen auf die Dubčekclique aus, damit sie sich ihnen unterwirft und nicht abtrünnig wird. Sie beschuldigen die revisionistische Dubčekclique aller jener Fehler, die sie früher in viel größerem Maße selbst begangen haben. Oder mit anderen Worten: sie sagen der Dubčekclique: „Du darfst keine Verbindungen mit den USA haben, wir aber schon. Du darfst keine diplomatischen Beziehungen zu der Deutschen Bundesrepublik unterhalten, wir aber schon. Du darfst keinen Kredit bei den Kapitalisten aufnehmen, wir aber schon!“ Die Drohungen der SU gingen so weit, dass ihre Armee unter der Maske des Warschauer Vertrages angeblich zu Manöverzwecken in die CSR eindrang. Und diese brutale Drohung ist noch nicht zu Ende. Jetzt überschwemmen tausende von sowjetischen „Touristen“ und der anderen revisionistischen Länder, die in Wirklichkeit Militärangehörige sind, die CSR und ersetzen praktisch die reguläre Armee. Dass die sowjetischen und tschechoslowakischen Revisionisten bis zu diesem Punkte gelangen würden, das wundert uns gar nicht, weil wir wissen und oft erklärt haben, dass die Banditen auf Brigantenart ihre Rechnungen miteinander begleichen.
Aber es könnte jemand fragen: „Warum warfen die Sowjets Nowotny, ihren Mann, wie einen alten Mantel in die Ecke und üben jetzt so skandalöse Erpressungen und Pressionen aus? Was ist geschehen?“
Wir wollen nun versuchen, diese Tatsachen, soweit sie bis jetzt bekannt sind, zu analysieren. Die Krise der Nowotnyclique begann schon im Vorjahre, aber sie war noch eine leichte Krise, die nichts Tragisches vermuten ließ. Die Gegensätze zwischen ihren Teilnehmern schienen gewöhnlicher Art zu sein. Einige Studenten machten Krawall an Festtagen und von Zeit zu Zeit widersprachen einige slowakische Nationalisten, aber nichts zeigte, dass so etwas geschehen würde. Dubček betrat später die Bühne, er kam aus den Hintergründen der Slowakei und aus der „Parteischule“ in Moskau. Der einzige „Zusammenstoß“, wenn wir ihn so nennen dürfen, fand in einer Plenarversammlung des ZK der revisionistischen Partei der CSR zwischen Nowotny und Dubček statt, wo man seinen Namen zum ersten Mal hörte. Nowotny begannen zuerst seine Genossen und Unterstützer, wie Hendrih, Kauzky etc. zu verlassen. Warum? Sah denn die Sowjetführung, welche die Debatten im ZK der KP der CSR bis ins kleinste Detail verfolgte, mit den Nowotnyanhängern und ihren Gegnern direkte Kontakte unterhielt und lange Besprechungen hatte, ihre heimlichen und offenen Ideen und Handlungen und vielleicht besser, als die Tschechen selbst die politische, wirtschaftliche und militärische Lage des Landes kannte, nicht, welchen Lauf die Dinge nahmen? Man kann sich schwerlich vorstellen, dass die Führung einer Großmacht, welche eine imperialistische, chauvinistische Politik betreibt, nicht spürt, woher die Winde in ihren Einflusszonen blasen. Die Sowjetrevisionisten waren nicht nur in diese Dinge eingeweiht, sondern sie waren die Antreiber, Komplotteure und Organisatoren dieser. Die gegenteilige Version, dass sie von alledem nichts gewusst haben, ist ganz ausgeschlossen. Wenn wir also auf Grund der Ereignisse ein Urteil fällen, so ergibt sich, dass die revisionistische Sowjetführung Nowotny zu Gunsten der Dubčekclique fallen ließ.
Aber wie ist dies möglich, wenn wir akzeptieren, dass Nowotny und seine Clique mit der revisionistischen Sowjetführung eng verbunden waren? Das steht scheinbar im Widerspruch. Den Schlüssel zu dieser Erklärung muss man in Moskau, in den Kämpfen und Kompromissen der verschiedenen rivalisierenden Sowjetgruppen suchen.
Es scheint, dass nicht die gesamte revisionistische Sowjetführung für Nowotny und seine Clique war. Ein Teil der Führung wollte Nowotny entfernen und ihn durch eine liberalere Clique ersetzen. Daraus ergibt sich, dass in dieser Schlüsselfrage die revisionistische Sowjetführung sich auf dem Kreuzwege befindet. Also müssen wir die Version akzeptieren, dass es in der revisionistischen Sowjetführung zwei Strömungen gab; von denen die liberalere Strömung dominierte, die tschechoslowakische Intrige spann, förderte und schließlich vollzog. Nowotny wurde gestürzt, Dubček kam ans Ruder, die revisionistische Sowjetführung „mischte sich nicht ein in die inneren Angelegenheiten der CSR“ usw. Aber die tschechoslowakische Reaktion erhob ihr Haupt, rührte sich, die ungarischen Ereignisse begannen sich zu wiederholen. Und jetzt, nur jetzt gewannen, wie es scheint, die konservativen Revisionisten und die Armee die Oberhand, und nun begann die zweite Phase des Skandals der Sowjetrevisionisten.
Die revisionistische tschechoslowakische Dubčekclique hatte offenbar gute Versprechungen von der revisionistischen Sowjetführung erhalten, um ihren Erfolg zu sichern. Bei ihren Prozeduren wandte sie die alte chruschtschowsche Taktik für die Demaskierung des Revisionisten Nowotny an, den sie als „Stalinisten“ bezeichnete. Man begann Gottwald anzuklagen, die Verräter zu rehabilitieren, das Jahr 1948 anzugreifen, Stalin der Einmischung in die Gerichtsbelange der CSR zu bezichtigen und ihm noch andere solche niedrige Dinge in die Schuhe zu schieben. Slansky erstand wieder, usw.
Aber dieses revisionistische Komplott, eingefädelt und unterstützt von den Sowjetrevisionisten, kann nicht nur dieses einzige Ziel gehabt haben, denn der gleiche Prozess begannn in Polen gegen Gomulka und seine revisionistische Clique. Hier erhoben sich die Studenten, während die Häupter des Komplotts sich „öffentlich“ im Hintergrunde hielten.
Während dieser Zeit geschah nichts in der DDR. Wir müssen den Schluss ziehen, dass die erste Phase die Einkreisung der DDR durch Staaten mit Regierungen war, die sich von der SU gänzlich losgelöst hatten oder die im Einvernehmen mit einer SU standen, wo auch in der zweiten Phase, nachdem die erste Phase des Komplotts Erfolg gehabt hatte, eine neue Gruppe in der Führung sein würde. Eben jene Gruppe, die das Komplott in der CSR und in Polen organisierte. Wenn also Dubček an die Macht gelangte, falls Gomulka gestürzt und die DDR isoliert würde, dann würden auch in der SU unbedingt Veränderungen eintreten. Die Komplotteure hofften auf Erfolg innerhalb der Komplotteure.
In Polen unterdrückte Gomulka vorläufig die Gegner, das Komplott gegen ihn scheiterte. Er spielte die Karte der Sowjetarmee aus, die sich auf polnischem Gebiet befindet, die Karte der konservativen Sowjetrevisionisten.
Es scheint, dass das geheime Komplott der Sowjetrevisionisten in der CSR und der Sturz Nowotnys ohne Wissen Ulbrichts und Gomulkas erfolgten, denn diese waren 100-prozentig gegen dieses Komplott, was sie schon am Anfang zu verstehen gaben. Die Dresdner Besprechungen fanden auf ihr Ansuchen statt, ebenso die Manöver der Armeen des Warschauer Vertrages auf tschechoslowakischem Gebiet und auch die vor kurzem abgehaltene Fünferberatung ohne die Tschechen, die sie nicht beschickten, erfolgte sicherlich auf ihr nachdrückliches Ansuchen.
Die Sowjetrevisionisten sahen, dass die Dubčekclique die Abmachung mit ihnen nicht hielt. Nachdem letztere die Nowotnyclique zu Boden geworfen hatte, gab sie der inneren Reaktion Freiheit, um die Unterstützung der ausländischen Reaktion zu sichern, welche sich sehr stark für den tschechoslowakischen Liberalismus zu interessieren begann, ohne sich jedoch ihre Hände zu verbrennen, wie bei der ungarischen Konterrevolution. Die Zeiten hatten sich eben geändert. Die sowjetische Allianz musste erhalten werden, weil unter ihrem Schutz alle diese Umwandlungen erfolgten. Man musste den Eindruck erwecken, dass dies eine innere Angelegenheit der CSR, die normnale Fortsetzung des 20. Parteitags, der Politik der friedlichen Koexistenz und des Destalinisierungsprozesses sei. Denn schließlich befanden sich viele geheime Fäden des Komplotts zugleich in amerikanisch-sowjetischen und amerikanisch-westdeutschen Händen.
Es ist kein Zufall, dass Bonn die neue revisionistische Gruppe, welche in Prag die Macht ergriff, so heiß begrüßte und dass die westdeutsche Führung als erste diese Änderung ausposaunte. Sie spürte, dass die unerwarteten Umwandlungen in der CSR der „neuen Ostpolitik“ Bonns sehr zustatten kamen und die Annäherung Prags an die Westdeutsche Republik nicht nur ein hoffnungsvolles Zeichen, sondern auch ein konkreter Schritt, den Moskau guthieß und unterstützte, war. Wenn auch nicht offiziell, so doch tatsächlich wurde die DDR zum Kaufe angeboten. Tatsache ist, dass die Umwandlungen in Prag den Abschluss einer Reihe wichtiger Abkommen zwischen den USA und der SU, welcher früher stockte, beschleunigten. Solche sind die Ratifikation des sowjetisch-amerikanischen Konsularabkommens, die Unterzeichnung des Vertrags über die Nichtweiterverbreitung der Kernwaffen, die Errichtung der Fluglinie Moskau-New York, die Aufnahme der Besprechungen über die Frage der Raketen und Gegenraketen, usw.
Ebenso ist es Tatsache, dass die amerikanische Presse und die westdeutsche Presse sich gegenüber den tschechoslowakischen Ereignissen reserviert verhalten, um den Eindruck zu erwecken, als ob sie sich in diesem Sumpf, welcher zu ihren Gunsten ist, nicht einmischen. Die Tätigkeit der USA und Bonns zur Unterstützung des Revisionismus und der Reaktion in der CSR ist sehr groß und wirksam, sie erfolgt jedoch unterirdisch, so dass sie die Sowjetrevisionisten nicht enthüllen können, um Lärm zu schlagen.
Als die Sowjetrevisionisten sahen, dass die Taube ihren Händen entschlüpfte, dass sie die Kontrolle über die CSR immer mehr verloren, ergriffen sie die großen Maßnahmen, gebrauchten Erpressungen, Drohungen und forderten Rechenschaft von der Dubčekclique. Die aber ging ihren Weg unbeirrt weiter, befahl jedoch, dass die tschechoslowakische Reaktion ihren Ton und das kompromittierende Triumphgeschrei etwas mäßigte.
Aber Nowotny und sein Anhang vermochten nicht mehr das Ruder zu ergreifen. Umsonst provozierte Tscherwenko, der sowjetische Botschafter in Prag, indem er mit dem gestürzten Nowotny zusammentraf. In der sowjetischen Botschaft wurden Flugblätter im Namen des „tschechoslowakischen Volkes“, der „tschechoslowakischen Arbeitermiliz“ und der „tschechoslowakischen Arbeiter“ gedruckt, welche, angeblich alarmiert über die Gefahr, die dem Sozialismus drohte, sogar die Hilfe der „sowjetischen Brüder“ verlangten. All das war das Werk von Revisionisten, Komplotteuren und Erpressern. All das hatte den Zweck, den Besuch zahlreicher Sowjetmarschälle in Prag zu unterstützen, Gretschkos, der Delegationen und schließlich Kossygins selbst, der angeblich zum Ferienaufenthalt, tatsächlich aber, um einen Druck auszuüben, kam. Aber sie alle erreichten nichts, nur das Kriegsspiel des Warschauer Vertrages kam zustande, das ein Bestandteil des großen Erpressungsplanes war.
Da nun die sowjetischen, deutschen, polnischen, bulgarischen und ungarischen Revisionisten ihr Ziel nicht erreichten, schickten sie der CSR Drohbriefe und zitierten sie vor das Warschauer Tribunal. Dubček ging nicht dorthin. Er scherte sich nicht um die Drohungen der anderen Revisionisten. Die Sowjetrevisionisten erlitten auf der ganzen Linie eine schimpfliche Niederlage. Sioe verloren nicht nur die Herrschaft über die CSR, sondern verloren auch jenes Vertrauen, das ihnen noch die Cliquen Gomulkas und Ulbrichts entgegenbrachten, nicht zu reden von der Clique Kadars, für den es an der Zeit ist, sich „offiziell“ von ihnen frei zu machen.
Die tschechoslowakischen Revisionisten werden von dem Imperialismus und von der ausländischen Reaktion unterstützt. Sie werden auch offen von Tito unterstützt, welcher in seiner Erklärung durchscheinen ließ, dass er von dem sowjetisch-imperialistischen Komplotte Dubčeks wusste. Ferner werden sie auch von Rumänien unterstützt.
Durch das Kollektivschreiben, welches die Sowjetführung in der von ihr in den letzten Tagen in der polnischen Hauptstadt einberufenen lächerlichen Beratung der revisionistischen Führer Polens, der DDR, Ungarns und Bulgariens annehmen ließ und welches von Dubček und seinen Genossen verlangte, dass sie in der Innen- und Außenpolitik nicht über das von Moskau bestimmte Ziel hinausschießen dürfen, erlitten die Sowjetrevisionisten eine noch größere Niederlage.
Die heuchlerischen und betrügerischen Unterzeichner des Warschauer Schreibens gleichen den Dieben, welche schreien, dass sie den Dieb gefasst haben. Diese Verräter des Marxismus-Leninismus und ihrer Völker beschuldigen die tschechoslowakischen Verräter, dass sie den Marxismus-Leninismus und die CSR verraten haben. Aber das genannte Schreiben zeigt deutlich das Komplott, welches die Sowjetrevisionisten, die Dubčekclique und die Weltkonterrevolution gegen das tschechoslowakische Volk ausgeheckt haben. In diesem Schreiben wird zugegeben, dass die Sowjetrevisionisten mit der Dubčekclique einverstanden waren, die Novotnyclique zu stürzen. Im Schreiben heißt es, dass die Dubčekclique ihr für den schmutzigen Schacher hinter den Kulissen gegebenes Wort nicht eingehalten habe. Nachdem aber die Rechnung mit Nowotny beglichen war, „entgleiste der Zug“, wurden die früheren Abmachungen nicht eingehalten.
Die Ablösung der revisionistischen Wache in der CSR erfolgte auch aus wichtigen politischen Gründen. Eine der Hauptfragen, welcher die Sowjetrevisionisten einen neuen Kurs zu geben wünschen, ist das deutsche Problem, die Schlichtung der politischen Meinungsverschiedenheiten mit der deutschen Bundesrepublik über die beiden deutschen Staaten. Antonin Nowotny war in der deutschen Frage nicht liberaler als Dubček.
Dann muss man sich fragen: „Warum sind diese revisionistischen `Helden`, die sich in Warschau berieten, so stark beunruhigt, dass die Dubčekclique die Sicherheit der Mitgliedstaaten des Warschauer Vertrages gefährdet, während sie zugleich die Ausbootung Nowotnys billigen?“ Sie haben Angst vor dem Prozess am Fließband. Was würde dem Ulbricht nach dem Sturze Nowotnys passieren? Könnte nicht die revisionistische Sowjetclique auch für ihn einige Sünden finden? Sie braucht diese nicht zu suchen, denn er hat solche in Menge.
Alle sehen, dass jetzt die Sowjets und die Amerikaner gemeinsam ein großes Komplott, die Wegräumung der Hindernisse für die Wiedervereinigung Deutschlands gemäß ihren Plänen und Abmachungen vorbereiten. Auch das Geschrei, welches die Revisionisten von Warschau aus erheben, ist berechnet, weil eben diese teuflischen sowjetisch-amerikanischen Pläne nicht so, wie sie wünschen, realisiert werden. Einigen gefallen diese Pläne, einigen hingegen nicht, einige durchschauen sie rasch, einige später, einige lassen sich betrügen, einige nicht, einige unterwerfen sich und einige wieder nicht.
Also ist das von Verrätern, Komplotteuren und Antimarxisten verfasste Warschauer Schreiben ein falsches, betrügerisches Dokument. Kein einziges Wort ist wahr von dem, was drinnen steht. Alles ist nur Demagogie. Indem die Sowjetrevisionisten das Komplott mit gewählten Ausdrücken zugeben, suchen sie der Sache vorzubeugen. Denn morgen wird von ihnen das Sowjetvolk für diese Schandtat Rechenschaft verlangen. Indem die Sowjets ihr Komplott mit diesen Ausdrücken eingestehen, geben sie auch andererseits ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Parteien und Staaten zu. In der CSR stürzten sie Nowotny, den ersten Parteisekretär und Präsidenten der CSR. Alles andere, was sie in dieser Frage sagen, ist nur Lüge und Demagogie.
Das berüchtigte Warschauer Schreiben zeigt klar, dass die antimarxistischen Unterzeichner mit jeder strukturellen und ökonomischen Umwandlung, welche die revisionistische Dubčekclique durchgeführt hat und noch durchführen wird, vollkommen einverstanden sind. Ein kolossales Gelächter würde sich in der Welt erheben, wenn diese Revisionisten, die in ihren Ländern den Kapitalismus restauriert haben, der CSR ein sozialistisches Regime de facto, und de jure empfehlen würden.
Aber was verlangen diese revisionistischen Ideologen von Warschau aus?
Sie verlangen, dass die Dubčekclique den Moskauer Kurs verfolgt, wie hinter den Kulissen abgemacht wurde, d.h., den Kapitalismus in der CSR ohne viel Aufsehen errichtet, die lügenhaften und demagogischen Formen erhält und den tschechoslowakischen Reaktionären nicht gestattet, viel Lärm zu machen. Also raten die Sowjetrevisionisten den tschechoslowakischen Revisionisten „das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten“.
Die Sowjetrevisionisten und die anderen Revisionisten sind entsetzt über ihre dauernden Niederlagen. Die Niederlage in der CSR wird ihnen sehr teuer zu stehen kommen. Das Warschauer Schreiben, welches nur ihre große Verwirrung und Angst zeigt, entbehrt jeder politischen, ideologischen und moralischen Grundlage.
Umsonst bemühen sich die bankrotten Verräter das Gleichheitszeichen zwischen diesem Schreiben der Verräter und den historischen marxistisch-leninistischen Briefen des großen Stalin, gerichtet an die KP Jugoslawiens im Jahre 1948, zu setzen.
Stalins historische Briefe, gerichtet an die KPJ, sind unsterbliche marxistisch-leninistische Dokumente, weil sie sich auf die objektive Realität stützen und von einem hohen revolutionären Geist, von einem großen Marxisten-Leninisten, von einer bolschewistischen Partei, wie die KP der SU damals war, sowie von der SU, dem großen Vaterlande des Sozialismus, wie sie zur Zeit Stalins war, inspiriert sind.
Aber welche sind die Unterzeichner des Warschauer Schreibens? Ein Breschnew, ein Kossygin, ein Podgorny, also drei Oberverräter, welche selbst mit dem amerikanischen Imperialismus eng verbunden sind und die tschechoslowakischen Revisionisten beschuldigen, dass sie sich mit den Amerikanern verbinden, welche die Partei selbst verdorben haben und Dubček „Parteiregeln und -normen“ empfehlen. Welche in ihrem eigenen Lande den Kapitalismus errichtet haben und Dubček erklären, er müsse tun, was sie wünschen, welche mit Bonn selbst in Verbindung stehen und große Geschäfte machen und Dubček sagen, er dürfe keine Beziehungen zu der Westdeutschen Republik unterhalten.
Aber diese große Demagogie und dieses berüchtigte Schreiben brauchen die Revisionisten der Warschauer Beratung für den inneren Konsum. Sie haben eine große Angst besonders vor dem Druck der Revolutionäre und des gesunden Teils der Sowjetarmee und ihrer Offiziere, welche Stalin und die Bolschewistische Partei erzog. Denn diese sehen, dass die Revisionisten das Vermächtnis Lenins, der Bolschewiken und Stalins verraten haben und jetzt die Errungenschaften der Oktoberrrevolution und die übermenschlichen Anstrengungen des Sowjetvolkes vernichten. Aber etwas müssen sie dem sowjetischen, bulgarischen und den anderen Völkern sagen. Also wurde die Gelegenheit, die Diversion, geschaffen, um Artikel in die „Prawda“, „Iswestia“ und sogar in die „Rabotnitschesko Delo“ Bulgariens massenhaft einrücken zu lassen. Letztere Zeitung brachte einen Artikel, betitelt „Wir müssen die Konterrevolution samt der Wurzel ausrotten“, zu einer Zeit, in der die Gefängnisse in Bulgarien voll von den revolutionärsten Söhnen des bulgarischen Volkes sind. Aber wer weiß es nicht, dass in Bulgarien sich die gänzlich wertlose revisionistische Clique Shiwkows nur mit Hilfe der Agentur Antropows am Ruder erhält?
Der Revisionist Gomulka brauchte dieses Schreiben, um seiner erschütterte innere Stellung zu festigen, und die Warschauer Revisionisten benötigen es, um den sowjetischen Kollegen zu sagen, dass sie mit ihnen nicht so wie mit den Tschechoslowaken umspringen dürfen.
Mit ihrem hysterischen Geschrei gegen die CSR, mit ihrem Schlagen auf die Brust, suchen die Sowjetrevisionisten ihren großen Eifer zu zeigen und ihr Komplott zu tarnen. Aber wie das Schreiben selbst zeigt, ging ihr Eifer so weit, dass sich der Warschauer Vertrag, unterzeichnet für andere Zwecke, in den Händen der revisionistischen Sowjetbanditen in eine Angriffs- und Aggressionswaffe gegen die Mitgliedsstaaten selbst, die den Sowjetrevisionisten nicht gehorchen, verwandelt hat.
Die Partei und die Regierung Albaniens, welche seit langem die teuflischen, aggressiven und feindlichen Absichten der Sowjetrevisionisten aufgedeckt haben, irrten sich also nicht. Wehe jenen, die sich vor den Sowjetrevisionisten fürchten, seien diese allein oder im Bunde mit ihren Ferunden der Warschauer Gruppe, seien sie allein oder im Bunde mit den Imperialisten und Kapitalisten der Welt. Die Sowjetrevisionisten und jeder andere Feind wissen es wohl, was sie erwartet, wenn sie Albanien anrühren. Der Warschauer Vertrag ist für die Volksrepublik Albanien wertlos geworden.
Welche Anklagen erheben die Sowjetrevisionisten schließlich gegen die tschechoslowakischen Revisionisten?
Nach ihnen war die größte Sünde die Veröffentlichung der „Erklärung mit 2000 Worten“. Die Sowjetrevisionisten schreien sich heiser, dass der „Sozialismus in der CSR in Gefahr ist“, weil an der Spitze des Staates ein Caesar steht und die „Presse“freiheit erhalten hat. Aber warum gab man Pressefreiheit, warum geschahen diese Dinge, woher stammen sie? Das werden natürlich weder die Sowjetrevisionisten, noch die anderen Revisionisten enthüllen.
Die Revisionisten mit den Sowjetrevisionisten an der Spitze beschuldigen die Tschechoslowaken, weil sie noch rascher und noch weiter selbst gingen, weil sie gestatteten, dass die Logik des Verrats sich offen bestätigte, und weil sie es nicht verstanden oder nichgt wollten, die Propaganda, welche die schmutzige Wäsche der Tschechoslowaken, die Realität der Sowjetrevionisten, die sie zu maskieren suchen, ans Tageslicht bringt, im Zaume zu halten. Der Rundfunk, der Fernsehfunk und die Kontrolle der Presse sind die Waffen, die den Sowjetrevisionisten und ihren Satelliten übriggeblieben sind, um die Welt zu betrügen.
Nach dem skandalösen Schreiben, das die Sowjetrevisionisten der CSR von Warschau aus schickten, nachdem sie den ersten Prozess verloren und sich blamiereten, verlangen sie jetzt ein freundliches Treffen tête-à- tête mit den Tschechoslowaken. Die Intrige geht weiter, um einen Kompromiss für die Ehrenrettung der Sowjetrevisionisten zu finden, aber tatsächlich werden sie sich noch mehr blamieren.
Der bankrotte Waldeck-Rochet, welcher zu diesem Zwecke nach Moskau und hierauf nach Prag fuhr, verlangte eine Beratung der revisionistischen Parteien Europas, um den sowjetisch-tschechoslowakischen Streit zu schlichten. Das Haupt der französischen Revisionisten wurde zu diesem Schritt von den Häuptern des Kremls ermächtigt. Als diese aber sahen, dass die Mehrheit der revisionistischen Parteien zu Gunsten Dubčeks aussprach, beeilten sie sich, ihrem Handlanger zu empfehlen, seinen Vorschlag zurückzuziehen, weil eine Beratung unter diesen Bedingungen im Vornhinein ein Scheitern der Moskauer Konferenz, welche angeblich im November abgehalten werden soll, bedeutet hätte.
Auch die Tito betrat persönlich die Kampfarena. Man sagt, dass er auch nach Prag gehen könnte. Na, eine schöne Aussicht! Wir werden an neuen Zusammenstößen assistieren.
Die Stellung der Revisionisten der CSR wird immer stärker und die Sowjetrevisionisten werden sich noch mehr blamieren oder müssen anderen ihren Platz überlassen, welche den „gegenwärtigen Zustand akzeptieren“ und den Konflikt angeblich „beilegen“ werden. Die Krise im Schoße der Revisionisten wird immer größer. Und das ist für die revolutionären Kräfte in diesen Ländern und in der Welt sehr günstig.
Der ganze Lärm der chuschtschowschen Revisionisten, welcher unmoralisch ist, wird wie eine Seifenblase zerplatzen. Die Dubčekclique geht auf dem Wege ihrer reaktionären Arbeit ständig weiter, indem sie manövriert. Ihr angeblich maßvolles, aufklärendes Antwortschreiben beschuldigt und antwortet den Beschuldigungen, erklärt die Lage und Umstände und spielt die Rolle des Erstaunten bezüglich dessen, was man von ihr verlangt und ihr vorwirft. Beide Teile bereiten sich auf den außerordentlichen Parteitag der revisionistischen Partei der CSR vor, die Tschechen als Hausherren, die Sowjets als Diversionisten. Während dieser Zeit werden die Polemiken, Aufrufe und die heimlichen Organisierungen, um mehr Boden zu gewinnen, an der Tagesordnung sein.
Welches Ergebnis wird all das haben? Es ist schwer, alles vorauszusehen, aber dennoch kommen schon jetzt viele Dinge zum Vorschein.
Für die Sowjetrevisionisten ist das eine große Niederlage, welche für sie schwere Folgen haben wird. Das tschechoslowakische Komplott und der Verlust der CSR können im Schoße der Revisionisten selbst nicht unbestraft bleiben. Die Hauptschuldigen an dieser Niederlage werden die „Schlachtopfer“ des Hochzeitsmahles sein. Aber damit ist die Sache noch nicht erledigt: entweder wird die CSR weiter liberalisiert werden oder die Gegensätze werden sich verschärfen.
Der Verlust der CSR ist ein schwerer Schlag für die Thesen des modernen Revisionismus. Durch die Loslösung der CSR und die Bewegungen und die Instabilität in Polen werden die Grenzen der SU immer mehr entblößt, und sind jetzt unmittelbar bedroht. Die Verschärfung der deutschen Frage wird auch die Verteidigung der SU unbedingt schwächen. Der Warschauer Vertrag ist ein Fetzen, ist ein Vertrag, der seine „Freunde“ nicht mehr beschützt, vielmehr angreift und Komplotte gegen sie schmiedet. Der revisionistische konservative Flügel in der SU wird reagieren und betrügen, aber seine Reaktion wird den Verrat der Sowjetrevisionisten noch mehr enthüllen. Und in der SU gibt es Kräfte, gibt es Revolutionäre, die nicht schlafen und die den Augenblick auswerten werden. Aus eventuellen Änderungen im Schoße der Clique der SU kann man nichts erhoffen. Nur die Revolution, nur das Gewehr, nur die radikale Reinigung der revisionistischen Fäulnis können etwas Gutes schaffen.
Während der großen inneren Krise werden die Sowjetrevisionisten danch trachten, den Eindruck zu erwecken, im Innern einig zu sein, vor allem jetzt am Vorabend der „internationalen“ Moskauer Konferenz, die im November stattfinden soll. Diese Konferenz ist jedoch – wie wir vorausgesehen haben, schon jetzt stark kompromittiert.
Die Sowjetrevisionisten sind in Verlegenheit; einerseits möchten sie die CSR wieder so beherrschen wie früher, andererseits können sie keine Maßnahmen für die Wiedergutmachung des Fehlers mit Nowotny egreifen. Gomulka, Ulbricht und, wie es scheint, auch die Sowjetarmee sind für strenge Maßnahmen gegen die CSR. Aber diese haben keine Gewinnchance. Sie würden bloß einen ungeheuren Weltskandal heraufbeschwören. Alle Revisionisten der Welt sind gegen solche Maßnahmen. Rochet, Pajeta usw. eilten nach Moskau, sicherlich, um die Sowjets von diesem Schritt abzuhalten, sonst würden auch sie jene verlassen. Aber dann würde die Moskauer Konferenz ins Wasser fallen. Erpressung über Erpressung. So stecken nun die Sowjetrevisionisten in der Schlinge infolge ihres eigenen Verrats. Sie werden Anstrengungen unternehmen, um mit Dubček einen Kompromiss zu schließen, und seine Bedingungen annehmen, nur um ihre Ehre zu retten. Die Tschechoslowaken jedoch werden ihren Weg weiter verfolgen, werden bei den Sowjets auch Kredite aufnehmen, werden sich ganz unabhängig machen und sich mit den Amerikanern, mit Bonn und mit jedem, der ihnen passt, verbinden. Vorläufig aber werden sie von der „Freundschaft“ mit der SU weiter schwätzen.
Später werden wir Zeugen der Realisierung neuer von dem amerikanischen Imperialismus und Bonn ausgeheckter Pläne sein. Ihr Hauptzweck ist die Annexion der DDR durch die Deutsche Bundesrepublik. Das wird ohne Krieg, durch die Kapitulation der Sowjetrevisionisten, im Schutze der heiligen amerikanisch-sowjetischen Allianz erfolgen; dadurch wird das Epizentrum des konterrevolutionären Kampfes nach Asien verlegt werden.
Dieses Komplott der Sowjetrevisionisten bezweckte anfangs die Liquidierung der Nowotnyclique und die Ergreifung der Macht durch die Dubčekclique und in der zweiten Phase den Sturz der Dubčekclique mit Hilfe der bekannten Erpressungen, Drohungen und des berüchtigten Warschauer Schreibens. In der dritten Phase jedoch wird die Niederlage der Sowjetrevionisten durch ihren Gang nach Canossa besiegelt werden. Hierauf wird sicherlich ein pompöses Kommunique erscheinen, in dem es heißen wird, dass die „Höhe der aufrichtigen und unsterblichen Freundschaft zwischen der SU und der CSR erreicht wurde“. Aber eines erreichten die Sowjetrevisionisten mit diesem ganzen Komplott: Theodor Shiwkow, der bulgarische Ministerpräsident und Handlanger Moskaus wies den albanischen Botschafter und das ganze Personal der Botschaft aus Bulgarien aus. Möge das für sie ein Trost für den Verlust der CSR sein und, wenn sie auch die anderen Satelliten verlieren können, weiter solche Erfolge erzielen, uns aber lässt die Sache ganz kalt.
Mit der Machtergreifung Dubčeks setzten verdächtige diplomatische Bewegungen der Jugoslawen, Rumänen und Ungarn ein und man begann von der Restauration der alten kleinen Entente zu sprechen. Jugoslawien und Rumänien nahmen die diplomatischen Beziehungen zu Bonn auf und erhalten von ihm Kredite. De Gaulle wurde in Rumänien wie ein Gott empfangen und Tito lobt seine kluge Wirtschaftspolitik. Jetzt wird ma danch trachten, die Reaktion in der CSR zu stablisieren, damit die CSR allmählich den von Jugoslawien und Rumänien eingeschlagenen Weg betritt und de facto, alle Allianzen und Abkommen mit dem Osten annulliert. Während dieser Zeit wird man Ulbricht und seine Clique zum Teufel jagen, an seine Stelle einen „Liberaleren“ setzen, welcher sich offener mit Bonn verständigt und die SU wird sich nolens volens in das Netz der Spinne, das sie selbst wob, verfangen.
Alle diese Handlungen, welche die Sowjetrevionisten gegen die CSR unternehmen, haben den Zweck, die Dubčekgruppe zu veranlassen, den Schein einer formalen Freundschaft mit ihnen zu wahren. Sie werden durch Schöntuerei und verschiedene Manöver und Lügen versuchen, die Dubčekclique an sich zu ziehen und die Lage, sei es nur provisorisch, einigermaßen zu normalisieren.
Die Sowjetrevisionisten leben wie die Eintagsfliegen. Sie werden sich mit Schmeicheleien, Drohungen oder mit Diversionen bemühen, ihren tragischen Fehler, den sie mit Nowotnys Ausbootung begingen, wiedergutzumachen, um in der neuen tschechoslowakischen Führung, welche der Parteitag im Herbst wählen wird, eine nowotnystische, ihnen günstig gesinnte Majorität zu sichern. Aber das ist nur ein Wunschtraum. Viele skandalöse Versuche werden die Sowjetrevionisten bis dahin machen, um dieses Ziel zu erreichen; dadurch werden sie sich vor den Augen der Welt noch mehr enthüllen und ihre revisionistischen Freunde werden sich noch mehr gegen sie aufbäumen.
Also wird es Skandale und Niederlagen der modernen Revisionisten, vor allem der sowjetischen, geben. Jene, welche die richtigen ordnungsgemäßen und gut erwogenen Handlungen Stalins kritisierten und mit Schmutz bewarfen, als er der KPJ schrieb und sie einlud, aus der freundschaftlichen Beratung des Informbüros teilzunehmen. Drohen heute mit militärischer Einmischung gerade wegen jener Dinge, welche diese Verräter selbst angefangen, geschaffen, gepredigt und theoretisch und praktisch realisiert haben.
Die Zeit und die Handlungen enthüllen die Verrätereien. Und wieder die Zeit ist es, welche Stalins ruhmreiches marxistisch-leninistische Werk erhöht, der durch die Verdammung Titos und des Titoismus alle diese Schmutziane verdammte.
Die Sowjetmenschen und alle Völker der Länder, wo die Revisionisten herrschen, sehen wohl, wohin diese revisionistische verräterische Linie die SU und die anderen revisionistischen Länder führt. Die Ereignisse in der CSR zeigen ihnen, dass das Zentrum des Verrats am Marxismus-Leninismus, an der Revolution und am Sozialismus in Moskau ist, dass sein Leiter die Clique Breschnew-Kossygin-Podgorny ist und dass ohne die Liquidierung dieses Zentrums die Gefahr, welche das Land der Oktoberrrevolution und der Sowjets bedroht, nicht beseitigt werden kann. Der Verrat Gomulkas, Dubčeks und anderer ist nur ein Bestandteil dieses großen Verrats. Um also die herrschenden Cliquen der verschiedenen revisionistischen Länder erfolgreich zu bekämpfen, muss man die Spitze des Kampfes nicht nur gegen die einheimischen Revisionisten, sondern zugleich auch gegen das internationale Zentrum des modernen Revisionismus in der SU richten.
Die Situation des tschechoslowakischen Volkes ist schwer, jedoch nicht hoffnungslos. Nur das Vertrauen zu den eigenen Kräften und zu den starken internationalen marxistisch-leninistischen Kräften vermag Rettung zu bringen. Die revolutionären Marxisten-Leninisten der CSR müssen eine neue wirklich marxistisch-leninistische KP gründen; diese muss einen schonungslosen Kampf gegen die revisionistische Dubčekpartei und alle bürgerlichen Parteien in der CSR eröffnen und die Arbeiterklasse und die Bevölkerung der CSR für den Kampf, für die bewaffnete Revolution gegen die inneren Revisionisten jeder Farbe und Partei und die bürgerliche Reaktion und ihre Parteien, sowie für den Kampf gegen die sowjetischen, titoistischen, polnischen, deutschen und ungarischen Revisionisten und gegen den amerikanischen Imperialismus und das gesamte kapitalistische Bürgertum, mobilisieren.
Diese Aufgabe ist zwar groß und schwer, jedoch vollständig realisierbar. Ein glänzendes Beispiel dafür sind die KP Chinas und das chinesische Volk, sind die PA Albaniens und das albanische Volk, welche an allen Fronten gegen zahllose Feinde kämpfen und siegen. Dieser Weg, welcher der Weg der Freiheit und des Marxismus-Leninismus ist, müssen auch das arbeitsame tschechoslowakische Volk und die aufrechten Marxisten-Leninisten der CSR einschlagen. Der andere Weg ist jener des Kompromisses und der Sklaverei. Wir raten ihnen, den ersten Weg zu wählen, weil wir ihnen nur Gutes wünschen und werden ihnen auf diesem Wege mit allen unseren Kräften beistehen.
Wenn ein Volk, sei es nur auf kurze Zeit, die revolutionäre Wachsamkeit und seinen Kampfgeist, um seine Unabhängigkeit und Rechte zu schützen, schwächt oder verliert, dann muss es viel Schlimmes gegenwärtigen, das ihm die inneren und äußeren Feinde bereiten. Wir leben und kämpfen in Zeiten, wo die Völker nicht schlafen dürfen, wo sie sich nicht wie die kleinen Kinder in der Wiege von der Demagogie einer Handvoll von Verrätern einlullen lassen dürfen, welche für sie schwere Ketten schmieden. Die Völker müssen sich ihrer Kraft und ihrer Rolle bewusst werden und dürfen nicht gestatten, dass eine Gruppe von Maklern, Renegaten und Verrätern, die sich dem einheimischen Bürgertum und den ausländischen Kapitalisten verkauft haben, diese Kraft als Schild für sich benutzen. Die Völker, welche infolge Mangels an Wachsamkeit ihre mit so viel Opfern und Blut errungene Freiheit und Rechte verloren haben, müssen sich bewusst werden, dass einzig und allein bei ihnen jene kolossale Kraft liegt, die sie retten kann, aber sie müssen diese Kräfte möglichst rasch für den Kampf organisieren, um dem inneren Feind und seinen ausländischen Bundesgenossen ohne Zeit zu verlieren einen tödlichen Schlag zu versetzen.
Wer sich seiner Kraft bewusst wird, der vermag die eigenen Kräfte von jenen des Feindes zu unterscheiden, der ist imstande, diese zu organisieren und einen schonungslosen Kampf ohne Kompromisse gegen die Kräfte des Feindes bis zum endgültigen Sieg zu führen.
Das Vertrauen zu seiner eigenen Kraft wieder gewinnen, heißt, den Feind niemals schonen, ihm niemals vertrauen, seinen Manövern und Schlichen niemals Glauben schenken und als Sieger ihm gegenüber keine Gnade üben. Der Schlange muss man immer den Kopf abschlagen.
Die Völker der SU und der anderen volksdemokratischen Länder Europas verloren ihre Wachsamkeit, mit Ausnahme des albanischen Volkes, und der moderne Revisionismus, der Feind der Völker, des Marxismus-Leninismus, Sozialismus und Kommunismus, ergriff sie bei der Kehle, knechtet und unterdrückt sie jetzt und verkauft sie dem Weltimperialismus.
Die tschechoslowakische Krise ist weder eine zufällige und unerwartete, noch eine isolierte Erscheinung. Sie ist ein Bestandteil der großen Krise des modernen Revisionismus, deren Epizentrum in der SU liegt. Diese Krise spürt man auch in der Peripherie der SU, bei ihren Satelliten, welche das Joch des Sowjetrevisionismus abzuschütteln suchen.
Der Sowjetrevisionismus macht eine schwere Krise durch, die er teuer bezahlt. Gerade in dem großen Verrat der Chruschtschowianer muss man das große Übel suchen, welches mit Feuer und Revolution ausgerottet werden muss.
Den Verrat am sozialistischen Lager leitete Tito ein und festigte Chruschtschow und jetzt konsumieren ihn die Breschnew-Kossyginclique ud alle modernen revisionistischen Verräter, welche ihr folgen oder sie im Stich ließen und unabhängig handeln.
Die Verräter des Marxismus-Leninismus erhoben sich wie hungrige Wölfe, um die PAA zu zerreißen, welche ihren Verrat schonungslos enthüllte. Aber die PAA trotzte heldenmütig allen Stürmen, vernichtete ihre ideologischen Gegner, entlarvte sie, sah im Voraus das, was jetzt geschieht und, gestützt auf den Marxismus-Leninismus, sieht sie im Voraus den weiteren Verlauf der revisionistischen Krise und den Ausbruch der zweiten proletarischen Revolution in der SU.
Die Sowjetrevisionisten werden eines Tages vor dem Proletariat der SU und jenem der Welt Rechenschaft ablegen müssen. Diese Rechnung wird man von ihnen fordern und sie werden diese mit Blut bezahlen.
Das Sowjetvolk wird von ihnen darüber Rechenschaft verlangen, was sie mit dem Erbe und dem Werke des großen Oktobers, Lenins und Stalins und mit den wirklichen Freunden der SU und der Partei Lenins und Stalins, vor allem mit dem großen China und mit dem heroischen Albanien, welche bis ans Messer gegen den Imperialismus und modernen Revisionismus kämpfen und den Marxismus-Leninismus, die Revolution und den Sozialismus schützen, und mit dem Bulgarien Dimitrows, mit Rumänien, Polen und mit den anderen Ländern, wo jetzt die Revisionisten herrschen, getan haben.
Hat etwa die Dubčekclique diese Situation geschaffen? Die Dubčeks, Gomulkas und Nowotnys sind aktive Teilnehmer an einer großen Tragödie, welche auf Kosten des Kommunismus und der Völker nach dem Tode Stalins gespielt wurde. Aber den großen Tanz des Verrats eröffneten die verräterischen Sowjetrevisionisten mit dem 20. Parteitag, mit Chruschtschow, mit den ungeheuerlichen Verleumdungen gegen Stalin, mit der konterrevolutionären sowjetisch-amerikanischen Allianz, mit dem Treuebruch gegen die VR China und die KP Chinas, gegen die VR Albanien und die PAA usw, usf.
Das vergessen wir nicht, das vergisst nicht das Sowjetvolk, vergessen nicht die Marxisten-Leninisten der ganzen Welt. Den Tanz des Verrats setzen die Sowjetrevisionisten fort, deren Hauptpartner der amerikanische Imperialismus ist. Diese zwei sind die größten und gefährlichsten Feinde auf der Welt. Beide küssen und umarmen sich jetzt. Die Sowjetrevisionisten schreien mit der größten Unverschämtheit, dass die Dubčekclique den Sozialismus gefährdet, dass sie mit den Kapitalisten abhandelt, während sie selbst, gemeinsam mit dem amerikanischen Imperialismus, der SU und den Satellitenstaaten das Joch auferlegt haben und dort noch immer herrschen und kämpfen, um die ganze Welt zu unterjochen.
Wir fragen sie: „Haben Sie diese Fragen, welche Sie in dem berüchtigten Warschauer Schreiben an die Dubčekclique richten, jemals an sich selbst gestellt, denn wenn der Tag des großem Gerichts der Revolution gegen Sie kommt, werden die Fragen nicht wie jene sein, sondern sicherlich Messerstiche.“
„Aber alles was Sie tun werden, wird Sie nur entlarven, weil alles, was Sie tun, grundsatzlos, ein Bluff ist. Sie haben sich in innere und äußere Widersprüche verwickelt, jeder Schritt, den Sie tun, führt Sie in den Abgrund, wo Sie sich den Hals brechen werden. Der Verrat hat Sie bei der Kehle ergriffen und lässt Sie nicht los. Niemand liebt Verräter. Auf Sie warten der Galgen und die Kugel. Sie blähen sich jetzt auf und glauben, dass Sie stark sind, weil Ihnen das Rüstungspotential einer Großmacht zur Verfügung steht. Aber Sie irren sich. Sie sind sehr feige und mit ihren Waffen können Sie nur nervenschwache Menschen erschrecken. Sie wissen es sehr gut, wieviel Ihre Macht und Ihre Prahlerei vor der Kraft der Völker, der Kraft des Proletariats, der Kraft der Bolschewiken, welche Sie eines Tages, der nicht allzu ferne ist, von der Erdoberfläche vertilgen wird, wiegen.“
- Ende -
Anmerkung der Redaktion: Wie bei der Wiederveröffentlichungin aller anderen albanischen Dokumente jener Zeit möchten wir es nicht versäumen, darauf kritisch aufmerksam zu machen, dass China von Albanien noch als anti-revisionistisches Land propagiert wurde. Wir teilen auch nicht die unkritische Haltung zu Dimitroff.