1968 – 2008

40. Jahrestag

des Einmarsches der russischen Sozialimperialisten in die Tschechoslowakei



ENVER HOXHA

Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern

( Auszug: Betrachtung der Tschechoslowakei)

( „Zëri i popullit“– 24. März 1968)

Verlag „Naim Frashëri“, Tirana 1968



In allen Ländern, in denen die Revisionisten an der Macht sind, wird die Diktatur des Proletariats liquidiert und durch die Diktatur der Bourgeoisie ersetzt. Das sozialistische System wird durch das kapitalistische System ersetzt. Die Partei des Proletariats, innerlich entartet, dient nur noch als Deckmantel, um diesen Verrat zu tarnen, die Wachsamkeit einzuschläfern und die berechtigte Empörung der Arbeiterklasse und des werktätigen Volkes zu besänftigen.

Die Wachsamkeit und die berechtigte Gewaltanwendung der Arbeiterklasse gegen die Klassenfeinde versetzt die Revisionisten in Schrecken. Nur dadurch kann man sie niederrringen, das ist der einzige Ausweg aus dieser katastrophalen Lage, in der sich heute der Sozialismus und Kommunismus in den revisionistisch beherrschten Ländern befinden. In diesen Ländern ist daher die Wiederbelebung und die Entfachung des Feuers der proletarischen Revolution eine absolut notwendige Voraussetzung zur Rettung. (...)

Nur die Arbeiterklasse an der Spitze der Massen, nur die Arbeiterklasse mit ihrer wahrhaft marxistisch-leninistischen Partei an der Spitze, nur die Arbeiterklasse kann und muss die verräterischen Revisionisten durch die bewaffnete Revolutioin gewaltsam ins Grab werfen. (...)



Betrachten wir die Tschechoslowakei. Die Sowjetrevisionisten schrien lauthals, dass die Tschechoslowakei ihre stärkste Bastion, das treueste revisionistische Land sei. Antonin Nowotny sei ihr engster Freund, der „ernsteste und angesehenste“ Mann des revisionistischen Clans, natürlich nach den Sowjets. Die Sache sah jedoch einwenig anders aus; zwar waren Nowotny und seine revisionistische Cliquw eine treue Agentur der Chruschtschowianer, aber sie vermochte die Aufträge, die sie von den Moskauer Herren erhielt, nicht durchzuführen. Tatsächlich versank auch Antonin Nowotny, dieser tote Gaul der Sowjets, im revisionistischen Sumpf, den er selbst geschaffen hatte. Der andere Gaul, der ihn ersetzte, Dubček, gallopiert jetzt allerdings nach den westlichen „Wiesen“, wo auf ihn die Netze der französischen und westdeutschen Kapitalisten warten. Diese haben bereits die alten Kapitel ihrer berüchtigten Agenten Masaryks, Benes, Tiso, Hacha usw. aufgeschlagen.

Welchen Weg nimmt nun die neue Konterrevolution in der Tschechoslowakei? Sie richtet sich offen gegen Antonin Nowotny und seine Clique, also gegen das revisionistische sowjetische Joch. Das Partei- bzw. Parteiensystem schreitet offen dem Kapitalismus entgegen. Es schreitet voran zum kapitalistischen Staatssystem und zur offenen Liquidierung der Diktatur des Proletariats im ökonomischen System, in Bildung und Kultur.

Es wird nicht nur offen die Koexistenz, sondern auch der Zusammenschluss mit den westlichen Kapitalisten gepredigt. Man besucht das Grab Masaryks, seines Sohnes und das Grab Benes und legt Kränze nieder. Alle, sogar die Faschisten, werden mit großem Tamtam rehabilitiert. Sie werden als “hervorragende Menschen“, als „Opfer des stalinistischen Terrors“ und als „Opfer der falschen Politik“ hingestellt, einer Politik, die nicht nur Nowotny, sondern auch Gottwald betrieben hat, also die Politik der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei und natürlich „Stalins und der Komintern“.

Mit einem Wort, die Tschechoslowakei geht ohne Umschweife und ohne viel Demagogie rasch dem Kapitalismus entgegen, der vollständigen politischen, ideologischen, ökonomischen und staatlichen Restauration der bürgerlichen kapitalistischen Republik.

Mit welchen Mitteln und in welcher Form entwickelt sich dieser Prozess? Man kann den Prozess in der Tschechoslowakei nicht vom Prozess im revisionistischen Lager insgesamt trennen. Er ist das Ergebnis der Entartung und der großen Widersprüche im revisionistischen Clan, das Ergebnis der verschiedenen Tendenzen im Clan eines jeden einzelnen revisionistischen Landes, sowie das Ergebnis der internationalen Widersprüche. Die Entartung der Tschechoslowakei sind also nichts Auergewöhnliches. Wir dürfen uns darüber nicht wundern. Das ist ganz normal.

Nornal ist auch ihre offene Handlungsweise, und zwar aus zwei Gründen: Einerseits ist ein Teil des tschechoslowakischen Volkes, sogar der tschechoslowakischen Arbeiterklasse, für diesen „liberalen“ Weg, wie ihn die Revisionisten nennen, wie geschaffen. Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei hat seit der Befreiung nicht auf festen Grundlagen gearbeitet und es ist eine Tatsache, dass sie die Natur und die politischen Tendenzen eines Teils der Bevölkerung nur wenig verändert hat. Dieser Teil hat dann auch im Sozialismus seine bürgerlich-kapitalistischen Auffassungen bewahrt und weiterentwickelt.

Der gleiche Prozess wie in der Tschechoslowakei begann auch in Polen, aber vorläufig mit einem anderen Schicksal. Der Clan Gomulkas hat diesen Prozess vorläufig aufgehalten, nicht weil Gomulka klüger als Nowotny ist, sondern weil die Verhhältnisse in Polen etwas anders sind als in der Tschechoslowakei. Deshalb sind auch die Taktiken Gomulkas anders und sehen so aus, als wären sie „klüger“.

In der Tschechoslowakei begann es mit den Schriftstellern und Studenten. Aber bei ihnen herrschten unter anderem die national-slowakischen, tschechenfeindlichen und national-tschechischen, slowakenfeindlichen Gefühle vor. Anderes war nebensächlich, außer der antisowjetischen und prowestlichen Gefühle, die ihnen gemeinsam waren. (...)



Unter den heutigen Bedingungen, unter denen die revisionistischen Cliquen in ihren Ländern alle Errungenschaften des Sozialismus vollständig liquidieren, muss sich die Arbeiterklasse dieser Länder im Klaren darüber sein, dass die revisionistische Partei an der Macht keine Partei des Proletariats mehr ist, sondern ein Werkzeug in den Händen der verräterischen Führungen, um den Kapitalismus wieder herzustellen und die Massen zu betrügen. Heute gibt es keinen Raum mehr für Illusionen, es gibt kein Zögern und Warten mehr. Die Arbeiterklasse der revisionistischen Länder steht jetzt vor der historischen Notwendigkeit, wieder ins Feld zu ziehen und kompromisslos einen schonungslosen, konsequenten Kampf für den Sturz und die Vernichtung der verräterischen Cliquen zu führen, um noch einmal die proletarische Revolution durchzuführen und die Diktatur des Proletariats wieder herzustellen. Das erfordert unbedingt Entschlossenheit, Mut, Opfer, die Wiedererneuerung des revolutionären Geistes und der revolutionären Traditionen der Zeiten Lenins und Stalins. Es erfordert in erster Linie und vor allem die Organisierung der wahren Revolutionäre in den neuen marxistisch-leninistischen Parteien, die zum allgemeinen Aufstand des Proletariats und der anderen Werktätigen mobilisieren, ihn organisieren und leiten müssen.

In dieser bedeutenden Zeit für das Schicksal der Revolution können alle Marxisten-Leninisten und das Weltproletariat nicht über das schweigen, was sich in den revisionistischen Ländern abspielt, und untätig zusehen. Der proletarische Internationalismus verlangt von allen Revolutionären, dass sie ihre Stimme erheben und konsequent einen prinzipienfesten Kampf für die Zerschlagung der herrschenden revisionistischen Cliquen führen und der Arbeiterklasse und den Völkern, die heute von den Revisionisten beherrscht werden, jede erdenkliche Hilfe geben, damit diese verräterischen Cliquen gestürzt werden und die Fahne der Revolution und des Sozialismus wieder gehisst wird.



Ende