Anmerkung der Komintern (SH) zur Gestaltung dieser Webseite. Wenn wir bisher zwei Klassiker nebeneinander abgebildet haben, wollten wir damit stets die welthistorische Bedeutung ihres gemeinsamen Werkes hervorheben:

Marx und Engels

Lenin und Stalin

Stalin und Enver Hoxha

 

Engels und Lenin

 

Engels und Lenin finden auf dieser Webseite zum ersten Mal in der Geschichte der kommunistischen Weltbewegung ihren gemeinsamen Ehrenplatz, denn sie beide waren es schließlich, die dafür gesorgt hatten, dass der marxistische Charakter der II. Internationale bis zum Kriegsanfang 1914 vorherrschte. Diese historische Tatsache wird ungerechtfertigter Weise all zu häufig übersehen, wenn nur von der marxistischen I. und III. Internationale gesprochen wird. Die II. Internationale war bis zum Jahre 1914 noch eine Internationale, die vom Marxismus geprägt war, obwohl ihr jahrelanger Zerfallsprozess schon nicht mehr durch den Verrat der Opportunisten und Revisionisten zu verhindern war. 1912 wurde in der Baseler Resolution immerhin noch die Entstehung der Revolution hervorgehoben, die durch einen imperialistischen Kriegsausbruch unvermeidlich verursacht werde. Das entsprach vollkommen der Lehre des Marxismus.

Unsere stalinistisch-hoxhaistische Weltpartei schöpft also unbedingt nicht nur aus den Lehren und Erfahrungen der I. und III. Internationale, sondern auch aus den revolutionären Erfahrungen der II. Internationale. Wenn wir die II. Internationale verteidigen, dann verteidigen wir in erster Linie das Werk von Engels und Lenin, insbesondere ihren Kampf gegen die Verräter an der II. Internationale.

Engels war es, der den revolutionären Geist der II. Internationale von Anfang an bis zu seinem Tode prägte. Und Lenin war es, der diesen revolutionären, marxistischen Geist in der II. Internationale verteidigte und hoch hielt.

Diese beiden Klassiker haben zwar nicht persönlich zusammen gearbeitet, aber ihr Werk, dass sie in der II. Internationale vollbrachten, ist für uns als ein gemeinsames, unsterbliches Werk zu kategorisieren.

 

 

 

Engels

und die II. Internationale

Friedrich Engels spielte bei der Vorbereitung aller Kongresse von 1889 bis 1893 eine entscheidende Rolle.
1889
ENGELS war an der Gestaltung und Umsetzung des Programms der Zweiten Internationale beteiligt. 
 
1893
Engels nimmt als Ehrenvorsitztender am Züricher Kongress der "Zweiten Internationale" teil. 

Engels war nicht nur der beste Ratgeber der II. Internationale,

sondern auch der unumstrittene geistige Führer der internationalen Arbeiterbewegung.

Engels' Führungstätigkeit in der internationalen Arbeiterbewegung verstärkte sich bedeutend mit der Gründung der II. Internationale. Sein Kampf für den Zusammenschluss der neuen internationalen Vereinigung der sozialistischen und Arbeiterparteien auf der Grundlage des Marxismus und für die Verbreitung des wissenschaftlichen Kommunismus unter den Proletariern aller Länder spiegelt sich in vielen seiner Arbeitern wider.

 

Ende der 80er Jahre drängten die proletarischen Parteien und Organisationen verstärkt nach einem internationalen Zusammenschlusws, um ihre Kräfte für den Sturz des Kapitalismus zu vereinen. Die Bedingungen für die Schaffung einer neuen internationalen Organisation des Proletariats waren herangereift. Darüber schrieb Engels am 4. Januar 1888 an den rumänischen Sozialdemokraten Nadejde: "Diese Fortschritte sind so groß, dass, zumindest für die europäische Partei, eine gemeinsame internationale Politik möglich und notwendig geworden ist."

 

 

In der Anfangszeit der II. Internationale führte Friedrich Engels einen unermüdlichen Kampf für die Verteidigung des Marxismus gegen den Opportunismus, verbreitete er weiter den wissenschaftlichen Kommunismus in der internationalen Arbeiterbewegung und stärkte die sozialistischen Parteien, die sich seit 1889 in der II. Internationale zusammengeschlossen hatten. Er gab der II. Internationale wichtige Hinweise für die Ausarbeitung ihrer Strategie und Taktik. Im Geiste der internationalen Solidarität vermittelte er auch ganz konkret materielle Unterstützung der Parteien und der Arbeiter der verschiedenen Länder in den Streik - und Wahlkämpfen gegen die Bourgeoisie.

 

 

Pariser Gründungskongress der II. Internationale

Engels erkannte die Gefahr, dass das Verlangen der Arbeiter nach internationalem Zusammenschluss von den Opportunisten ausgenutzt werden könnte, sich an die Spitze der internationalen Arbeiterbewegung zu stellen. Diese Erkenntnis veranlasste ihn, seine wissenschaftlichen Arbeiten, selbst die Arbeit am dritten Band des "Kapitals", zu unterbrechen und sich aktiv in die Vorbereitung des Pariser Kongresses von 1889 einzuschalten.

"Engels (er war damals 68 Jahre alt) stürzt sich wie ein Jüngling in den Kampf", schrieb später W. I. Lenin über diese Zeit (Band 12, Seite 367).

Engels betrachtete es als wichtigste Aufgabe, die internationale Einheit des Proletariats auf der Grundlage des wissenschaftlichen Kommunismus zu sichern, und unternahm alles, um den Sieg der marxistischen Kräfte zu garantieren und die Machenschaften der Opportunisten - der Possibilisten in Frankreich und der Führer der Social Democratic Federation in England - zu durchkreuzen.

Die Briefe an Paul Lafargue vom 21., 23. und 25. März 1889 und an Wilhelm Liebknecht vom 4., 5. und 17. April 1889 zeigen, mit welcher Tatkraft Engels die Vorbereitung des Pariser Kongresses 1889 leitete.

Engels leistete selbst eine umfangreiche organisatorische Arbeit und unterstützte die französischen Marxisten bei der Vorbereitung des Kongresses mit zahlreichen konkreten Ratschlägen und Hinweisen. Er mahnte und drängte Paul Larfargue, den Aufruf zur Einberufung des Kongresses zu erlassen und dafür zu sorgen, dass die ausländischen Genossen ihn unterschreiben. Er redigierte ihn, veranlasste seine Übersetzung ins Englische und übersetzte ihn ins Deutsche. Zusammen mit Eleanor Marx trug er zur Veröffentlichung und Verbreitung des Aufrufs bei. Engels' Bemühungen waren von Erfolf gekrönt. Am 17. Juli 1889 konnte er an Friedrich Adolph Sorge schreiben: "Unser Kongress sitzt und ist ein brillanter Erfolg."

Der Pariser Internationale Sozialistische Arbeiterkongress von 1889 wurde zum Gründungskongress der II. Internationale. Er stellte sich in allen wesentlichen Punkten von Anfang an auf den Boden des Marxismus. Der Kongress orientierte die internationale Arbeiterbewegung auf den Kampf gegen Militarismus und Krieg, die Bildung und Stärkung politischer Arbeiterparteien und gewerkschaftlicher Massenorganisationen in allen Ländern. Er forderte den Kampf um demokratische Rechte, die Ausnutzung aller legalen Möglichkeiten des Kampfes und wies auf das Ziel der Arbeiterbewegung hin: die Eroberung der politischen Macht.

Den Beschluss, am 1. Mai 1890 für den Achtstundentag und die internationale Solidarität zu demonstrieren, bezeichnete Engels als das "Beste, was unser Kongress vollbracht hat". Mit diesem Beschluss wurde der große Weltfeiertag und Kampftag der Arbeiterklasse geboren. Der auf dem Pariser Gründungstag der II. Internationale angenommene Beschluss über die Maifeier war, wie Engels wiederholt betont, von großer Bedeutung für die Mobilisierung der Massen und die Festigung der internationalen proletarischen Solidarität. Im Vorwort zur vierten deutschen Ausgabe des "Manifests der Kommunistischen Partei" (1890) stellte Engels mit Stolz fest, dass der von Marx und ihm 1848 in die Welt hinausgesandte Kampfruf "Proletarier aller Länder - vereinigt euch !" bei den Arbeitern großen Widerhall gefunden hatte. Das wurde bei den großen Demonstrationen zum 1. Mai im Jahre 1890 sichtbar. In seinen anlässlich des 1. Mai geschriebenen Grußadressen ("Den österreichischen Arbeitern zum 1. Mai 1893", "Den deutschen Arbeitern zum 1. Mai 1893", "Trotz alledem [ Grußadresse an die französischen Arbeiter zum 1. Mai 1893]" und andere) forderte Engels das internationale Proletariat auf, die Heerschau der proletarischen Kräfte am 1. Mai jedes Jahr zu einer Tradition zu machen. Diese Heerschau zeige den engen Zusammenhang zwischen den internationalen und den nationalen Aufgaben des Proletariats.

 

 

Sein umfangreicher Briefwechsel mit den Führern der internationalen Arbeiterbewegung diente dazu, die revolutionären Erfahrungen der Arbeiterbewegung der verschiedenen Länder zu verallgemeinern und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen zu vermitteln. Die Briefwechsel von Engels zeigen uns, wie sehr sich Engels um die ideologische und organisatorische Festigung der Parteien bemühte, wie er unversöhnlich gegen alle Spielarten des Opportunismus auftrat und auch bei der Überwindung dogmatischer und sektiererischer Fehler half.

Konsequent und prinzipienfest verteidigte Engels die Lehre von der revolutionären Partei der Arbeiterklasse und die Notwendigkeit einer selbständigen proletarischen Klassenpolitik. Die ideologische Einheit aller Parteien und ihre Disziplin müssen, so forderte Engels, auf der hohen Bewusstheit und internationalistischen Aktivität ihrer Mitglieder beruhen, auf die Teilnahme jedes Parteimitgliedes an der Ausarbeitung einer internationalistischen Politik und Taktik der Parteien.

Wiederholt wies Engels alle sozialistischen Parteien darauf hin, dass es notwendig sei, die marxistische Theorie schöpferisch anzuwenden. Theoretische Plattformen sind "nutzlos, wenn sie nicht an die wirklichen Bedürfnisse der Leute anzuknüpfen verstehen." Der internationale Marxismus ist eine "lebendige Theorie der Aktion, der Arbeit mit der Arbeiterklasse in jedem möglichen Stadium ihrer Entwicklung." Er ist nicht "eine Sammlung von Dogmen, die auswendig zu lernen und aufzusagen sind wie eine Beschwörungsformel oder ein katholisches Gebet." Die richtige Anwendung der marxistischen Theorie erfordere, wie Engels wiederholt betonte, die Taktik der internationalen proletarischen Parteien auf Grund der konkreten historischen Situation in den einzelnen Ländern auszuarbeiten und dabei die Erfahrungen des revolutionären Kampfes der Massen wissenschaftlich zu verallgemeinern.

Am 4. September 1892 schrieb er an Karl Kautsky: " In unserer Taktik steht eins fest für alle modernen Länder und Zeiten: Die Arbeiter zur Bildung einer eigenen, unabhängigen und allen bürgerlichen Parteien entgegengesetzten Partei zu bringen."

 

Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Briefe Engels' leidenschaftlicher Kampf für die internationale Einheit und Geschlossenheit der Arbeiterklasse. Engels ging davon aus, dass es notwendig und möglich ist, in den Grundfragen des Klassenkampfes größtmögliche Übereinstimmung in der internationalen Arbeiterbewegung zu erzielen. Unermüdlich wirkte er deshalb für die Zusammenarbeit der sozialistischen Parteien und für ihre Erziehung im Geiste des proletarischen Internationalismus. Stets wies er darauf hin, dass die internationalen und nationalen Aufgaben der Arbeiterbewegung nicht voneinander zu trennen sind.

Engels war unablässig um die Festigung und Sicherung der internationalen Arbeitereinheit auf marxistischer Grundlage innerhalb der II. Internationale bemüht. Aktiv nahm er an der Vorbereitung der internationalen sozialistischen Kongresse teil. Seine Briefe an Paul Lafargue vom 28. Juni 1891, an Laura Lafargue vom 12. und 20. Juli und 17. August 1891, an Friedrich Adolph Sorge vom 9. - 11. August 1891 und andere zeugen davon, wie aufmerksam Engels die Vorarbeiten zum Internationalen Sozialistischen Arbeiterkongress in Brüssel (16. - 22. August 1891) verfolgte.

 

Internationaler Sozialistischer Arbeiterkongress in Brüssel (16. - 22. August 1891)

 

An der Vorbereitung des nächsten Kongresses der II. Internationale in Brüssel 1891 war Engels ebenfalls entscheidend beteiligt. Einige Briefe widerspiegeln seine Unterstützung der marxistischen Parteien bei der Ausarbeitung der richtigen Taktik zur Einberufung des Kongresses, die die Opportunisten isolierte und den Sieg der Anhänger des Marxismus sicherte ( siehe die Briefe an Paul Larfargue vom 15. und 19. September 1890, an Friedrich Adolph Sorge vom 27. September 1890, an Leo Frankel vom 25. September 1890 u.a.).

 

In seiner Arbeit "Über den Brüsseler Kongress und die Lage in Europa" wird Engels' herausragende Rolle als Führer des internationalen Proletariats besonders deutlich.

Er trat allen Versuchen der Opportunisten, vor allem der Possibilisten, die internationale Einheit der Arbeiterbewegung zu untergraben, entgegen. Den marxistischen Führern gab er konkrete Hinweise, um Fehler zu berichtigen, die bei der Vorbereitung begangen worden waren. Die Bemühungen von Engels und anderen führenden marxistischen Kräften der internationalen Arbeiterbewegung hatten schließlich zur Folge, dass sich der Brüsseler Kongress von Anbeginn auf den Boden des Marxismus stellte. Der Brüsseler Kongress, der die Arbeiter aller Länder zum Kampf gegen die Kriegsgelüste und Kriegsbündnisse der herrschenden Klassen aufrief, eine internationale Arbeiterschutzgesetzgebung forderte und andere wichtige Beschlüsse fasste, hatte für die weitere Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung große Bedeutung. Engels begrüßte die Ergebnisse des Kongresses. Am 2. September 1891 teilte er seinem Freund Friedrich Adolph Sorge mit: "Die Marxisten haben nach Prinzip wie nach Taktik auf der ganzen Linie gesiegt ..."

 

 

Internationaler Sozialistischen Arbeiterkongress in Zürich(16. - 12. August 1893)

 

Auch bei der Vorbereitung des Züricher Internationalen Sozialistischen Arbeiterkongresses (16. - 12. August 1893) ergriff Engels sofort die Initiative, als es darauf ankam, den erneuten Versuchen der Opportunisten, die internationale Arbeitereinheit zu spalten, entgegenzutreten. Als er erfuhr, dass der Kongress der Trade-Unions in Glasgow beschlossen hatte, die Einladung zu dem sozialistischen Kongress in Zürich abzulehnen und einen eigenen, separaten Arbeiterkongress zur Frage des Achtstundentages einzuberufen, entwickelte Engels einen Plan, der es ermöglichte, die Verwirklichung dieses Beschlusses zu durchkreuzen. Er empfahl, Protestresolutionen zu erlassen; diese sollten nicht nur von den sozialistischen Parteien, sondern auch von den Gewerkschaften ausgehen. Es sei dies, schrieb er am 11. September 1892 an August Bebel, "eine prachtvolle Gelegenheit ..., den Engländern den Standpunkt klar zu machen und ihnen zu zeigen, dass das klassenbewusste Proletariat nicht daran denkt, sich unter die Leitung von Leuten zu begeben, denen das Lohnsystem für eine ewige und unerschütterliche Welteinrichtung gilt."

Engels' Anstrengungen und die Bemühungen der revolutionären Kräfte der internationalen Arbeiterbewegung waren von Erfolg gekrönt. Die Arbeiter Deutschlands, Frankreichs, Spaniens und anderer Länder des Kontinents lehnten die Einladung der reformistischen Führer der Trade-Unions ab. Der von diesen geplante Kongress fand nicht statt.

 

Ein Höhepunkt des Züricher Kongresses war Engels' Auftreten am letzten Verhandlungstag. Er hielt eine leidenschaftliche Rede, in der er auf die Notwendigkeit hinwies, gemeinsam zu einem einheitlichen Standpunkt zu gelangen, um die Einheit und die Schlagkraft des internationalen Proletariats zu stärken. In seiner "Schlussrede auf dem Internationalen Sozialistischen Arbeiterkongress in Zürich" sagte Engels:

"Wir müssen die Diskussion zulassen, um nicht zur Sekte zu werden, aber der gemeinsame Standpunkt muss gewahrt bleiben."

Seine Eindrücke vom Züricher Kongress spiegeln sich in Briefen an Laura Lafargue vom 21. August 1893, an Friedrich Adolph Sorge vom 7. Oktober 1893 und in anderen Briefen wider.

 

 

 

Große Aufmerksamkeit widmete Engels der Entwicklung und Festigung der internationalen Beziehungen zwischen den Sozialisten der verschiedenen Länder. Den Austausch von Informationen zwischen den einzelnen sozialistischen Parteien über ihre Tätigkeit, ihre gegenseitige Unterstützung in der Presse und Ähnliches hielt er für wichtige Mittel zur Förderung des Zusammenschlusses der internationalen Arbeiterbewegung. Engels forderte dazu auf, so objektiv und ausführlich wie möglich zu informieren. Er kritisierte mehrmals den "Vorwärts", das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, wegen seiner teilweise ungenauen und oberflächlichen Berichterstattung über die Arbeiterbewegung in England und Frankreich. An Paul Larfargue, August Bebel und andere Führer der Arbeiterbewegung schrieb er ausführlich über die Notwendigkeit einer sorgfältigen Auswahl der Auslandskorrespondenten für die sozialistischen Zeitungen.

Aber auch die persönlichen Kontakte zwischen den Führern der sozialistischen Parteien trugen wesentlich zur Festigung der internationalen Zusammenarbeit bei. Engels selbst war Initiator einer Reihe internationaler Zusammenkünfte von Sozialisten. Wiederholt wies Engels darauf hin, wie wichtig es sei, dass Vertreter der Bruderparteien an Parteitagen und Kundgebungen in anderen Ländern teilnehmen.

 

In seinem Brief an Laura Lafargue vom 20. Juni 1893 betonte Engels ausdrücklich, dass Beziehungen zwischen den sozialistischen Parteien nur auf dem Prinzip der vollen Gleichberechtigung beruhen können. Eine "internationale Vereinigung kann nur zwischen Nationen bestehen, deren Existenz, Autonomie und Unabhängigkeit in inneren Angelegenheiten daher schon in dem Begriff Internationalität eingeschlossen sind."

Ganz entschieden aber wandte er sich gegen die unbegründeten Hegemonieansprüche in der internationalen Arbeiterbewegung, die von einzelnen Parteien bisweilen erhoben wurden. Nicht die subjektiven Wünsche ihrer Führer bestimmen die Stellung dieser oder jener Partei in der internationalen Arbeiterbewegung, erklärte Engels, sondern entscheidend ist die objektive Rolle, welche die Partei im Befreiungskampf der Arbeiterklasse spielt. Engels stellte nicht in Abrede, dass in der einen oder anderen Etappe des Kampfes einzelne Parteien die revolutionäre Avantgarde der internationalen Bewegung bilden können, wies jedoch darauf hin, dass der Sturz des Kapitalismus im internationalen Maßstab auf keinen Fall die Sache nur einer Partei sein kann.

"... weder Franzosen noch Deutsche, noch Engländer", konkretesierte er diesen Gedanken in seinem Brief an Paul Larfargue am 27. Juni 1893, "werden den Ruhm genießen, den Kapitalismus allein gestürzt zu haben; ... Die Befreiung des Proletariats kann nur eine internationale Aktion sein ..."

 

Engels war sich bewusst, dass die Arbeiterbewegung ein solches Niveau erreicht hatte, dass gemeinsame Schritte der verschiedenen nationalen Formationen der Arbeiterklasse möglich machte. Er betonte jedoch, dass diese Schritte vorher von allen Teilnehmern beraten werden müssten und nur in freiwilligem Zusammenwirken durchzuführen seien.

"Unbedingte Voraussetzung für jede internationale Aktion", schrieb er an Paul Larfargue, "muss sein, dass man sich im Voraus über den Inhalt und die Form verständigt. Es scheint mir unzulässig, dass eine Nationalität allein öffentlich die Initiative ergreift und dann die anderen auffordert, ihr zu folgen."

Wiederholt sprach Engels davon, dass es ein großer Fehler wäre, Probleme der Arbeiterbewegung eines beliebigen Landes getrennt von den gemeinschaftlichen Aufgaben des gesamten internationalen Proletariats zu lösen. Er empfahl den Sozialisten, stets daran zu denken, dass jeder ihrer Schritte auch für ihre Klassenbrüder in den anderen Ländern von Bedeutung ist und sie verpflichtet sind, dies zu berücksichtigen.

Engels hob hervor, dass die Tätigkeit der einen Parteien unvermeidlich auch die anderen Parteien beeinflussen, dass

"... die ein einem Land eroberten Erfolge auf alle anderen mächtig zurückwirken." Hiervon ausgehend, empfahl Engels den sozialistischen Parteien, ihre Taktik untereinander abzustimmen.

Er verurteilte jene Sozialisten, die nicht beachteten, dass sich die Arbeiterbewegung keineswegs immer nach ihren subjektiven Vorstellungen entwickelt, und stellte fest, dass zum Beispiel in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo der Kampf der Arbeiterklasse in Formen vor sich ging, die sich in vielem von denen des europäischen Kontinents unterschieden, einige Führer der Sozialistischen Arbeiter-Partei von Nord-Amerika die unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen nicht begriffen und sich deswegen von den Massen des kämpfenden Proletariats lösten.

Engels maß der weiteren Festigung der internationalen proletarischen Beziehungen, den internationalen Kongressen und Konferenzen, vor allem aber den direkten Kontakten und Begegnungen der Vertreter der Parteien große Bedeutung bei. Als besonders wichtig erachtete er die Herstellung ständiger Verbindungen zwischen den beiden größten Abteilungen der Arbeiterklasse auf dem Kontinent - den französischen Sozialisten und den deutschen Sozialdemokraten. Diese Verbindung betrachtete er als starke Barriere gegen die chauvinistischen Bestrebungen der reaktionären Kräfte in den beiden Ländern, aber auch als Bollwerk gegen den gleichzeitig zunehmenden Opportunismus. In den sozialistischen Parteien, in erster Linie in der deutschen Sozialdemokratie, der einflussreichsten Partei der II. Internationale, nahm die offen opportunistische, reformistische Strömung gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Form des Revisionismus an, der die revolutionären Grundlagen der marxistischen Lehre offen revidierte. Engels und die anderen revolutionären Marxisten stellten sich daher die wichtigste Aufgabe, nämlich verstärkte Propaganda des Marxismus, seine Verteidigung gegen Entstellungen und Vulgarisierung, Kampf gegen Versuche der herrschenden Klassen in Europa, mit Hilfe der Opportunisten die internationale Arbeiterbewegung von innen her zu zersetzen und zu spalten. Trotz seines hohen Alters leistete Engels für die internationale Arbeiterbewegung einen enormen theoretischen und politischen Beitrag. In den Händen der sozialistischen Parteien war vor allem die Herausgabe des dritten Bandes des Kapitals" - Ende 1894 - eine mächtige ideologische Waffe.

 

 

Unermüdlich rief Engels die Parteien der II. Internationale dazu auf, die revolutionären Traditionen der I. Internationale zu verteidigen und fortzusetzen. Er forderte von den Sozialisten, die revolutionären Erfahrungen der I. Internationale zu studieren und anzuwenden, wobei er hoffte, dass die II. Internationale diese Erfahrungen bereichern würde.

 

Die II. Internationale rechtfertigte jedoch die Hoffnungen nicht, die Engels in sie gesetzt hatte. War sie in den ersten Jahren ihres Bestehens, als Engels ihr mit Ratschlägen und Kritik zur Seite stand, eine marxistische Kampforganisation, so gewannen nach Engels' Tod und mit der Entwicklung des Kapitalismus zum Imperialismus die Reformisten und Revisionisten sowie die versteckten Opportunisten, die Zentristen, immer größeren Einfluss.

Das führte 1914 schließlich zu ihrem schmählichen Zusammenbruch. Nichtsdestoweniger trug Engels' Aktivität bei der Verbreitung des Marxismus und des proletarischen Internationalismus in der Arbeiterbewegung in den ersten Jahren der II. Internationale ihre Früchte.

Sie war ein Beitrag zur Erziehung der wahrhaft revolutionären Elemente in den Parteien der II. Internationale, die das Banner des Marxismus und des proletarischen Internationalismus hochhielten - allen voran W. I. Lenin und der revolutionäre Flügel der russischen Sozialdemokratie.

 

 

 

 

 

 

 

Resolution

Internationaler Sozialistenkongress

in Paris 1900

 

 

 

 

Lenin

über die

II. Internationale:

An das Internationale Sozialistische Büro

21. Juni 1905

 

 

 

 

 

 

Die russischen Arbeiter und die Internationale


8. Dezember 1913

 

 

 

 

 

 

 

Die Lage und Aufgaben der Sozialistischen Internationale


1. November 1914

 

 

 

 

 

 

 

Resolutionsentwurf der linken Sozialdemokraten für die Erste Internationale Sozialistische Konferenz


13. Juli 1915

 

 

 

 

 

 

Sozialismus und Krieg

(1915)

 

 

 

 

 

 

 

Über den Sozialchauvinismus

Beilage zum “Sozial-Demokrat”, Nr. 42, vom 1. Juni 1915

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Opportunismus

und der Zusammenbruch

der II. Internationale

Januar 1916

 

 

 

Vorschläge

des Zentralkomitees der SDAPR

an die zweite sozialistische Konferenz

Februar-März 1916

 

 

 

 

 

Die Aufgaben unserer Partei in der

Internationale (über die III. Zimmerwalder Konferenz)


Oktober 1917

 

 

 

 

 

 

DIE PROLETARISCHE REVOLUTION

UND DER RENEGAT KAUTSKY

Oktober - November 1918

( nur Auszüge)