ENVER HOXHA Auszug aus der Rede des Genossen Enver Hoxha gehalten im Bezirk Saranda „Wir sagen jedem stets offen die Wahrheit“ Kürzlich besuchte Genosse Enver Hoxha, der 1. Sekretär des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens, den Distrikt Saranda in Südalbanien. Während dieser Reise hielt Genosse Enver Hoxha eine Ansprache vor den Arbeitern der jungen Stadt Ksamil, in der er vor allem auf einige Aspekte der Außenpolitik der Partei der Arbeit Albaniens und des albanischen Staates einging. Ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der albanischen Außenpolitik ist der Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus. Als nach dem Tod Stalins die Chruschtschow-Revisionisten die Macht an sich rissen, betrieben sie nicht nur die Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion. Mit Demagogie, politischen, wirtschaftlichen und sogar militärischen Mitteln übten sie Druck auf die kommunistische Weltbewegung aus, um sie zu spalten und versuchten in der ganzen Welt den revolutionären Freiheitskampf des Proletariats und der Völker zu ersticken. Heute, nachdem sich gezeigt hat, dass der russische Sozialimperialismus zusammen mit dem US-Imperialismus der größte Feind des Sozialismus, der proletarischen Revolution und des nationalen Befreiungskampfes der Völker ist, fällt es nicht schwer, die Gefährlichkeit des Chruschtschow-Revisionismus zu erkennen. Damals aber war das nicht so einfach. Viele ehrliche Menschen wurden zunächst durch die Demagogie der Chruschtschow-Revisionisten über ihren konterrevolutionären Charakter getäuscht. Es ist das große Verdienst der Partei der Arbeit Albaniens, den Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus eröffnet zu haben, der gleichzeitig ein Kampf für die Einheit der kommunistischen Weltbewegung auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus war. Vielen wurden dadurch die Augen geöffnet und — ermutigt durch die prinzipienfeste und konsequente Haltung der Partei der Arbeit Albaniens — wurde In der ganzen Welt das Feuer auf den revisionistischen Verrat eröffnet und der notwendige Trennungsstrich zum modernen Revisionismus gezogen. Heute wird mit Hilfe der revisionistischen „Theorie der drei Welten“ erneut versucht, die Reihen der Revolutionäre zu verwirren, die kommunistische Weltbewegung zu spalten und den revolutionären Kampf des Weltproletariats und der Völker zu sabotieren. In dieser Situation ist der Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus von großer aktueller Bedeutung. Deshalb kann es nicht weiter verwundern, daß die Vertreter der „Theorie der drei Welten“, die den Marxismus-Leninismus und den proletarischen Internationalismus mit Füßen treten, sich auch gezwungen sehen, den großen Kampf der Marxisten-Leninisten gegen die Chruschtschow-Revisionisten zu verleumden und insbesondere die Rolle der Partei der Arbeit Albaniens in diesem Kampf zu verfälschen. Sollen sie! Damit werden sie noch mehr Menschen die Augen über ihren konterrevolutionären Charakter öffnen. Alle wahrhaften Marxisten-Leninisten und ehrlichen Revolutionäre, die die Partei der Arbeit Albaniens wegen des historischen Beitrags, den sie damals wie heute im Kampf gegen die Feinde der Revolution und des Sozialismus leistet, schätzen und lieben, betrachten solche Angriffe als Angriffe auf sich selbst. Sie werden sie entsprechend beantworten! Sie werden ihre Anstrengungen für die Festigung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus verstärken und in ihrem Kampf nicht nachlassen bis zum weltweiten Sieg der Sache der Arbeiterklasse und des Kommunismus. Im Zusammenhang mit der prinzipienfesten proletarischen Außenpolitik unserer Partei und unseres Staates und deren marxistisch-leninistischer Haltung zu den anderen Ländern, sagte der 1. Sekretär des Zentralkomitees der PAA, Genosse Enver Hoxha: Wir waren gerecht, und wir sind gerecht. Wir sagen jedem stets offen die Wahrheit, wer es auch sei, ob es ihm passt oder nicht. Das hat Albanien stark gemacht. Das hat dem Namen Albaniens und der Partei der Arbeit Albaniens Ansehen eingebracht. Das sind die hohen Tugenden unseres Volkes. Diese Tugenden werden vom Kapitalismus und vom Revisionismus mit Füßen getreten. Auf der Welt gibt es aber nicht nur Kapitalisten und Revisionisten. Sie sind in der Minderheit. Und auf der Welt gibt es Millionen ehrliche Menschen, Kämpfer für die Wahrheit. Diese Kämpfer für die Freiheit sind unsere Freunde, die Freunde der Albaner. Wir lieben sie, und sie lieben uns. Wir brauchen nicht mehr. Vereint mit ihnen sind wir stark, während die Kapitalisten schwach sind. Den Schwindler, den mag niemand. Den Betrüger mag niemand. Den Dieb mag niemand. Den Unterdrücker mag niemand. Es sind jetzt wohl 19 Jahre her, fuhr Genosse Enver Hoxha fort, dass wir mit dem großen sowjetischen Renegaten Nikita Chruschtschow hierher kamen. Er kam nicht, um sich die Orangen anzusehen. Er kam nicht wegen der Obstbäume oder wegen dem Ölbaum, dem Baum, der ein Symbol des Friedens ist. Er wollte nur den See von Butrint sehen. Als wir da standen, sagte er: „Was sollen diese Ausgrabungen hier in Butrint? Das sind tote Dinge.“ „Doch, man braucht sie“, sagte ich. „Sie sind Teil der großen Kultur der Menschheit.“ „Ach, was ist das schon für eine Kultur? Hier braucht man etwas anderes“, sagte er. „Was meinst du, Rodion Malinowsky?“, wandte sich Chruschtschow an den sowjetischen Verteidigungsminister und Marschall der Sowjetunion, „wenn wir hier eine U-Boot-Basis bauen würden?“ „Oh!“ sagte der Marschall, „ocen charaso (sehr gut)!“ Aber die Herren des Hauses dachten anders darüber. Sie duldeten nicht, daß die Fremden sich festsetzten. Die Herren des Hauses duldeten nicht, daß ihre Häfen zu Flottenstützpunkten gegen ihre Nachbarn und die befreundeten Völker wurden. Wie ihr wisst, spitzten sich die Dinge nach einem Jahr zu. Weshalb sie sich zugespitzt haben? Sie haben sich zugespitzt, weil diese Leute Revisionisten, Imperialisten waren. Wir hatten sie seit langem erkannt. Stalin, betonte Genosse Enver Hoxha, hatte sie bereits früher erkannt und hatte ihnen ins Gesicht gesagt: „Ihr werdet die Sowjetunion an den Imperialismus verkaufen.“ Und was Stalin vorausgesehen hatte, hat sich bewahrheitet. Wir haben Chruschtschow und Konsorten richtig erkannt seit sie sich mit den jugoslawischen Revisionisten zusammentaten. Unser Volk, hob Genosse Enver Hoxha hervor, ist ein geduldiges Volk. Es gibt heute in Europa einige „Reptilien“, die sich Kommunistische Partei nennen und behaupten, andere hätten die Chruschtschowianer, die den Marxismus-Leninismus verraten haben, schon vorher erkannt. Oh nein! Das sind Albernheiten. Es war die Partei der Arbeit Albaniens, die als erste die Chruschtschowschen Renegaten erkannt und entlarvt hat. Die Sowjetrevisionisten hatten die Absicht, Albanien und das albanische Volk zu knechten. Es gelang ihnen aber nicht. Sie begannen dann mit politischen Erpressungen und wirtschaftlichem Druck. Die Partei der Arbeit Albaniens blieb aber kaltblütig und antwortete ihnen stets entschieden. Weder ließ sich unsere Partei von ihrem heuchlerischen Lächeln betrügen noch durch Drohungen und Erpressungen einschüchtern. Unsere Partei sagte zu Mikojan und Chruschtschow: „Zwischen uns und euch gibt es ideologische und politische Meinungsverschiedenheiten. Wenn ihr so weitermacht, wenn ihr diesen Weg weitergeht und weiter diese antimarxistischen Methoden anwendet, werden wir euch bekämpfen.“ Sie waren aber so arrogant und so voller Größenwahn im Gefühl der Großmacht, daß sie über uns meinten: „Was sind das für lästige Fliegen, die vorgeben, sie könnten uns stechen!“ Die Partei der Arbeit Albaniens sagte ihnen: „Verwechselt nur nicht die wirtschaftlichen und staatlichen Fragen mit den ideologischen und politischen. Wenn ihr das macht — um so schlimmer für euch.“ „So?“ staunte Mikojan. „Um so schlimmer für uns?“ „Oh ja! Schlimmer für euch“, antworteten wir. „Aber ihr“, sagte er, „werdet verhungern.“ „Nein, wir werden nicht verhungern“, antworteten wir. „Ihr werdet euch für 30 Silberlinge an die Imperialisten verkaufen“, sagte Chruschtschow. „Albanien und die Albaner haben sich niemals an die Imperialisten verkauft. Aber ihr werdet euch verkaufen“, sagten wir. „Die Partei der Arbeit Albaniens hat ihr Recht, hat ihre Meinung, was immer ihr auch denkt.“ Die sowjet-revisionistischen Renegaten gingen weiter auf diesem Weg des Verrats und dachten, wir Albaner würden uns beugen. Aber nicht nur, daß wir uns nicht gebeugt haben, betonte Genosse Enver Hoxha, wir waren fest entschlossen, nicht nur uns selbst, sondern auch die Parteien und Staaten zu verteidigen, die von den Chruschtschow-Revisionisten angegriffen werden würden. Und das tat die Partei der Arbeit Albaniens entschieden und mutig, ohne irgendein Opfer zu scheuen. Und die modernen Revisionisten, mit den Sowjetrevisionisten an der Spitze, nahmen uns unter Beschuss. Aus diesem Kampf gingen die Partei der Arbeit Albaniens und das albanische Volk siegreich hervor, stärker und härter denn je. Im Verlauf der Gespräche in Moskau, wo ich mit den Genossen Mehmet, Hysni und Ramiz war, drohten sie uns damit, wir würden zur Ursache für den Abbruch der Beziehungen zur Sowjetunion werden, sollten wir auf der Beratung der 81 Parteien gegen sie sprechen. Wir sagten ihnen aber, dass wir uns von niemandem das Recht nehmen lassen, unseren Standpunkt offen auszusprechen, daß sie es sind, die die Beziehungen zerstören, und dass sie dafür die volle Verantwortung tragen. Wir sagten ihnen auch, daß sie die Verträge, Protokolle und Abkommen einhalten sollten, die von den beiden Seiten unterzeichnet waren, andernfalls würden sie sich mit Schande beflecken. „Wir und mit Schande beladen?“ fragte Mikojan. „Ihr werdet euch mit Schande beladen. Und wie!“ sagten wir ihnen. „Ihr könnt uns nichts vormachen, wenn ihr sagt: Wir annullieren keine Verträge, Protokolle und Abkommen. Vielleicht könnt ihr die Verträge, Protokolle und Abkommen nicht annullieren“, sagten wir, „ihr könnt sie aber nicht beachten und nicht einhalten.“ Und genau das haben sie getan. Sie gingen sogar soweit, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. Ihr wisst inzwischen, wie es mit der revisionistischen Sowjetunion weiterging. Sie steht noch auf den Beinen. Aber sie ist diskreditiert, sie ist kein marxistisch-leninistischer Staat mehr, sondern revisionistisch, kapitalistisch, sozialimperialistisch. Das hat heute die ganze Welt begriffen. Zur Entlarvung dieser Pest hat die Partei der Arbeit Albaniens ihren Beitrag geleistet. Darum kann niemand mit dem albanischen Volk und mit der Partei der Arbeit Albaniens sein Spiel und seine Scherze treiben. Das albanische Volk ist ein gerechtes Volk. Es ist ein Volk, das niemandem übel will außer den Feinden der Menschheit und des Marxismus-Leninismus. Das albanische Volk und seine Partei der Arbeit wollen mit allen, die um Freiheit und Unabhängigkeit, für Demokratie und Sozialismus kämpfen, in Freundschaft leben, in ehrlicher und aufrichtiger Freundschaft. Mit den Marxisten-Leninisten wollen wir in Brüderlichkeit und stählerner Freundschaft leben. Auch mit anderen Staaten, die nicht sozialistisch sind und keine feindlichen Absichten gegenüber der Sozialistischen Volksrepublik Albanien hegen, will der albanische Staat normale, freundschaftliche, kulturelle und Handelsbeziehungen haben. Spekulationen im Hinblick auf unsere korrekte marxistisch-leninistische Haltung in Politik, Wirtschaft usw. sind haltlos. Wir können, wenn es um politische und ideologische Fragen geht, nicht den Mund halten. Die anderen können denken, was sie wollen. Unsere Partei beharrt unerschütterlich auf ihrer marxistisch-leninistischen Ideologie. Ob irgendjemand diese Haltung gefällt oder nicht, das macht uns nichts aus. Was wir machen, ist richtig. Wenn einer glaubt, daß Albanien, weil es ein kleines Land ist, so einfach mit Füßen getreten werden kann, so irrt er sich gewaltig. Das wäre für ihn ein fataler Fehler. In dieser turbulenten aber revolutionären Welt, sagte Genosse Enver Hoxha abschließend, ist unsere Partei ein stählernes Bollwerk. Die Völker der Welt, das Proletariat, die Marxisten-Leninisten überall stimmen der korrekten Linie und der heroischen, ehrlichen und kühnen Haltung der PAA zu und unterstützen sie. Deshalb, Brüder und Schwestern, gehen wir mit großem Vertrauen auf die eigene Kraft, mit großem Vertrauen in den richtigen, marxistisch-leninistischen Weg, auf dem uns die Partei führt, vorwärts, arbeiten wir, schaffen wir, vergießen wir unseren Schweiß, bringen wir Opfer. Seien wir wachsam und bereit, allzeit wachsam und bereit! Die Siege, die wir errungen haben, der Sozialismus, den wir in unserem Land aufbauen und der voranschreitet, müssen verteidigt werden. Wer schläft, kommt unter die Räder. Aber wir werden niemals in Schlaf verfallen. Dummköpfe schlafen ein. Doch wir haben ein scharfes Auge, das Schwert fest gegürtet, den Finger am Abzug, die Hacke in der Hand und das Land voller Fabriken, Wasserkraftwerken, Traktoren, und in Zukunft werden wir noch mehr bauen, noch mehr und besser werden wir produzieren. Das ist die ruhmreiche Linie unserer Partei der Arbeit, errichtet auf den Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Es lebe die Partei! Es lebe das Volk! Ruhm dem Marxismus-Leninismus! Aus: KPD/ML - Zentralorgan : „Roter Morgen“, 7. April 1978