1956 – 2006
5o Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus
ENVER HOXHA
Auszug aus dem Artikel
Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern
Verlag Roter Morgen 1974, Seite127 - 129
Ziehen wir einige Lehren, einige Schlussfolgerungen aus dieser revisionistischen Konterrevolution. Beginnen wir mit Ungarn. Begeistert über die Machtergreifung des chruschtschowschen Revisionismus, jedoch in einem Augenblick , als dieser seine Stellungen noch nicht konsolidiert hatte, organisierten der Weltkapitalismus, seine titoistische Agentur und die reaktionäre ungarische Bourgeoisie im Innern des Landes die bewaffnete Konterrevolution gegen die Diktatur des Proletariats und die Partei der Werktätigen Ungarns, in der Meinung, dass sie das schwächste Glied in der Kette der sozialistischen Länder sei. So war es auch tatsächlich. Die Partei Rakosis wurde vernichtet. Der Weltkapitalismus und der Titoismus aber hatten bei ihren Handlungen die Situation nicht richtig eingeschätzt: Sie waren zwar von der verräterischen Linie Chruschtschows überzeugt, aber sie hatten nicht eingerechnet, dass er seine Stellung noch nicht gefestigt hatte und, zwar zögernd aber schließlich dann doch, die Panzer auffahren lassen musste. Andernfalls wäre sein verräterischer Weg vielleicht kompromittiert worden. Doch im Zusammenhang mit der ungarischen Konterrevolution muss man noch auf einige Dinge hinweisen:
Einige Intellektuelle und Studenten begannen die ungarische Konterrevolution. Diese schwankenden Schichten wurden zur Reserve und zu Sturmabteilungen des konterrevolutionären Angriffs unter der Führung der Bourgeoisie, weil sie nicht unter dem Einfluss einer wahrhaft marxistisch-leninistischen Partei standen. Die ungarischen Schriftsteller bildeten die Vorhut dieser Konterrevolution.
Die ungarische Arbeiterklasse und besonders die Budapester Arbeiter waren, trotz der Erfahrungen, die sie von der proletarischen Revolution des Jahres 1919 übernommen hatten, nicht imstande, ihren Staat und ihre Errungenschaften zu verteidigen. Im Gegenteil, ein großer Teil der Arbeiterklasse, besonders in Budapest, trat zu Gunsten der Konterrevolutionäre in Aktion, wurde also eine Reserve der Reaktion. Das heißt mit anderen Worten, dass die Arbeit der Partei Rakosis keine Basis hatte, dass sie oberflächlich war. Die Arbeiterklasse anerkannte sie nicht voll und ganz als ihren Führer. Das war das größte und gefährlichste Übel.
Die Konterrevolution liquidierte die Partei Rakosis in wenigen Tagen vollständig, während der Konterrevolutionär Janos Kadar offiziell das Dekret zu ihrer Auflösung erließ.
In Ungarn schossen in den wenigen Tagen der Konterrevolution viele bürgerliche, kapitalistische und faschistische Parteien wie die Pilze nach dem Regen aus dem Boden.
Die ungarische Konterrevolution wurde also von den sowjetischen Panzern unterdrückt. So etwas wäre heute nicht mehr möglich. Aber der Verräter, der die Partei liquidierte, erließ unter dem Diktat der chruschtschowschen Revisionisten ein anderes Dekret über die Gründung einer angeblich neuen, „marxistisch-leninistischen“ Partei, die aber noch schlimmer war als die Partei Rakosis. Es handelt sich um die ungarische revisionistische Partei.
Die ungarische Konterrevolution wurde von Konterrevolutionären unterdrückt. Folglich würden sich auch beide Flügel der Putschisten vereinigen, so wie sie sich vereinigt haben, würden „ihr Ungarn“ errichten, wie sie es errichtet haben, würden den Kapitalismus restaurieren, so wie sie ihn jetzt restaurieren. Die ungarische Reaktion, die aus diesem Blutvergießen lernte und für die übereilten Handlungen Blutzoll entrichtet hatte, führt jetzt unabhängig in aller Ruhe die Reformen zur gründlichen kapitalistischen Umwandlung durch, ohne dass sie von den sowjetischen Truppen und Panzern, die in Ungarn stehen, daran gehindert wird. Die ungarische Bourgeoisie entfaltet jetzt ihre Tätigkeit sozusagen unter dem Schutz der chruschtschowschen Panzer. Die kapitalistische ungarische Bourgeoisie, dieser geschworene Feind der Arbeiterklasse, lullt jetzt unter der Maske und der „Fahne der Partei“ die Arbeiterklasse ein und schmiedet neue Ketten für sie. Die Vorhut der kapitalistischen Bourgeoisie ist die alte Intelligenz und die neue revisionistische Intelligenz, beide völlig einig im Denken und Handeln.
Anmerkung:
Hervorhebungen von der Redaktion.
Dieses Buch wurde seit 1980 von der KPD/ML als einzige Partei in ganz Deutschland verbreitet. Eine Neuauflage ist uns finanziell und personell nicht mehr möglich. Alle Bücher von Enver Hoxha wurden 1985 vom trotzkistischen Koch-ZK in den Müllcontainer geworfen. Wir haben es leider nicht verhindert. Wir sind seit vielen Jahren dabei, die Werke des Genossen Enver Hoxha mühselig ins Internet zu setzen und bitten alle Genossinnen und Genossen um internationalistische Unterstützung und Hilfe. Wir brauchen Übersetzter/innen und Genossen/innen, die Texte im html-Format für uns tippen würden. Danke.
In der Reihe: „50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus“ werden weitere Schriften aus Albanien im Komintern / ML – Archiv (im Internet: http://archive.250x.com) veröffentlicht – auch in Fremdsprachen.
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